Wer regierte Sachsen von 1990 bis 2002 und verstarb Mitte August 91-jährig in Dresden?

Kurt Biedenkopf war kein echter König. "König Kurt" regierte aber von 1990 bis 2002 und verstarb Mitte August mit 91 Jahren ins Dresden. Auf "Prinz Paul", "Kaiser Karl" und "Fürst Franz" trifft das nicht zu.
Am 12. August ist der ehemalige sächsische Ministerpräsident Kurt Biedenkopf verstorben. Der CDU-Politiker ist im Alter von 91 Jahren im Kreise seiner Familie eingeschlafen. Foto: Sebastian Kahnert/zb/dpa

„Seine Stimme wird uns fehlen, sie wird auch mir fehlen.“ Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hält beim Trauerstaatsakt für den gestorbenen ersten sächsischen Ministerpräsidenten nach 1990, Kurt Biedenkopf, am Freitag in der Dresdner Frauenkirche kurz inne, sichtlich ergriffen. Auch Michael Kretschmer (CDU), Sachsens amtierender Regierungschef, schluckt während seiner Ansprache. Sie werden, wie CDU-Chef Armin Laschet, auch sehr persönlich. Kurt Biedenkopf war kein echter König. „König Kurt“ regierte aber von 1990 bis 2002 und verstarb Mitte August mit 91 Jahren ins Dresden. Auf „Prinz Paul“, „Kaiser Karl“ und „Fürst Franz“ trifft das nicht zu.

Erinnerungen an Erlebtes und Anekdoten aus dem privaten und beruflichen Leben eines besonderen Politikers und Menschen erfüllen das Gotteshaus, dessen Wiederaufbau Biedenkopf und seine Frau Ingrid stets unterstützten. Vor dem Altar stehen Kränze mit Bändern in Schwarz-Rot-Gold und Grün-Weiß, den National- und Landesfarben. Vor einem Porträt mit Trauerflor liegen das Bundesverdienstkreuz am Bande und der Sächsische Verdienstorden.

Steinmeier würdigte Biedenkopfs Verdienste um Bundesrepublik und Freistaat. Er gehöre zu der Generation, die nach dem 1945 das Fundament schufen, auf dem sich Stabilität und Wohlstand späterer Jahre in Deutschland entwickeln konnten, in Sachsen fanden dann «ein Mensch und eine Aufgabe zusammen». Der ihm zuerkannte Titel „König Kurt“ zeuge von größter Wertschätzung. „Auch treffende Spitznamen muss man sich verdienen.“

Biedenkopf habe sich um Sachsen verdient gemacht, in Achtung vor dem Können, der Intelligenz und der Lebensleistung der Menschen, „mit seinen Visionen, seinem Zuspruch und Vertrauen in ihre Leistungsfähigkeit“. Er wäre gerade heute „mehr als willkommen: ein reflektierter Denker, der die Gesellschaft, in der er lebt, in ihren ganzen Facetten zu verstehen sucht, der aber auch im Praktischen weiß, was zu tun ist, wenn es auf ihn ankommt“, sagte Steinmeier.

dpa