Angela Merkel im Bundestag
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Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat angesichts der Lockerungen der Corona-Schutzmaßnahmen zu einem verantwortungsvollen Umgang mit den wiedergewonnenen Freiheiten aufgerufen. „Jetzt, Ende Mai, nach 15 Monaten und einer schweren dritten Welle, haben wir endlich viele Gründe, optimistisch zu sein; vor allem natürlich, weil die Impfkampagne jetzt mit so viel Schwung läuft. Aber besiegt haben wir das Virus noch nicht“, sagte sie in ihrer am Samstag im Internet veröffentlichten wöchentlichen Videobotschaft.

2021 ist für Angela Merkel das letzte Jahr als Bundeskanzlerin. Angela Merkel hat Hans-Dietrich Genscher im August 2020 als Rekordhalter abgelöst, wenn es um die Dauer der Mitgliedschaft im Bundeskabinett geht. Genscher war von 1974 bis 1992 Bundesaußenminister und verstarb 2016 kurz nach seinem 89. Geburtstag.

„Täglich gibt es Tausende von Neuansteckungen, und täglich sterben auch Menschen an Corona.“ Neue Virusvarianten müssten sehr wachsam beobachtet werden, sagte Merkel. „Es bleibt daher unsere gemeinsame Aufgabe, mit Freiheiten auch verantwortungsvoll umzugehen und aufeinander Rücksicht zu nehmen. Schutz und Achtung der Würde jedes einzelnen Menschen sind mit sehr gutem Grund in unserem Grundgesetz unantastbar festgeschrieben.“

Wegen sinkender Infektionszahlen ist vielerorts die verhängte Bundes-Notbremse außer Kraft getreten. Je nach Landesregelung und örtlicher Inzidenz öffnen Gastrobetriebe und Hotels wieder mehr oder weniger eingeschränkt. Den bundesweiten Sieben-Tage-Wert der Neuinfektionen je 100.000 Einwohner gab das Robert Koch-Institut am Samstagmorgen mit 66,8 an (Vortag: 67,3; Vorwoche: 87,3).

In ihrer Botschaft anlässlich des Tags des Grundgesetzes an diesem Sonntag verteidigte Merkel zugleich die zur Eindämmung der Corona-Pandemie beschlossenen Grundrechtseinschränkungen.

Quelle: dpa