Regisseur Sönke Wortmann
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„Am Anfang war ich talentiert, dann wurden die anderen immer besser», verriet Sönke Wortmann einmal auf die Frage, weshalb er kein Fußballprofi geworden ist. Regisseur Sönke Wortmann war 1980 beim Aufstieg der SpVgg Erkenschwick in die 2. Bundesliga  beteiligt.

Auf dem Spielfeld schaffte er nicht den großen Durchbruch, als Filmregisseur dagegen schon. Dabei hat er das Thema Fußball immer wieder genial inszeniert, so etwa „Das Wunder von Bern“ über den legendären Weltmeistertitel 1954 oder „Deutschland. Ein Sommermärchen“ zur WM 2006.

Schon seit seiner Kindheit ist Wortmann, der aus Marl an der Schwelle von Ruhrgebiet und Münsterland stammt, mit dem Volkssport fest verbunden. In den 1980er Jahren schießt er sein Team von der SpVgg Erkenschwick in die Zweite Fußballliga. Danach wechselt er zum Zweitligisten Herne. Von seinem damaligen Trainer verabschiedet er sich nach einer Saison: Er werde nach München ziehen und Filme drehen, was tatsächlich gelingt.

Der Absolvent der Münchner Hochschule für Fernsehen und Film bereut es nicht, keine Fußballkarriere verfolgt zu haben, warum auch? Obwohl er nicht selber auf dem Spielfeld steht, ist er bei der Weltmeisterschaft 2006 Teil des deutschen Nationalteams. Ob in der Mannschaftskabine, beim Dopingtest von Stürmer Oliver Neuville, bei Interviews in den Hotelzimmern der Spieler oder auf der Trainerbank, Wortmann und seine Kamera sind dabei. Er opfert seine Haare für den „Fußballgott“ und dreht „Deutschland. Ein Sommermärchen.“ Seine Fußballdokumentation wird mit dem Bambi ausgezeichnet.

Auch drei Jahre zuvor hat Wortmann bereits in einem Film fußballerisches Feingefühl bewiesen. Für „Das Wunder von Bern“ erhält er unter anderem den Bayerischen Filmpreis. In diesem Jahr gehört er selber der Jury des Förderpreises deutscher Film an.

Vor seinem Durchbruch als Regisseur und Produzent arbeitet Wortmann als Taxifahrer. Erst mit seinem Kinodebüt „Allein unter Frauen“ kommt 1991 der erste Erfolg. 1993 unterschreibt Wortmann einen Vertrag beim Produzenten Bernd Eichinger, „Das Superweib“ und „Charley’s Tante“ entstehen. „Der bewegte Mann“ mit Til Schweiger in der Hauptrolle bringt 1994 den großen Durchbruch. Oder mit den Worten des Regisseurs: „Als Regisseur ist man erfolgreich, wenn man aus 30 Metern einen unter die Latte setzt. Das war bei mir ‚Der bewegte Mann‘.“ 1998 gründet er in Köln eine Produktionsfirma.

Quelle: dpa