Hundekot-Problem: NRW-Bürgermeisterin will DNA-Proben – um Halter zu ermitteln

Hundekot, der in den Städten einfach herumliegt – überall ein großes Problem. Eine NRW-Bürgermeisterin will jetzt dagegen vorgehen.
Hunde Gassi Nacht
Foto: Shutterstock/Dr.Pixel
Hunde Gassi Nacht
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Es ist wahrlich kein Problem, das nur Weilerswist betrifft – die Bürgermeisterin dieser Stadt hat aber den vermutlich stringentesten Plan, wie mit „herrenlosem“ Hundekot im Stadtbild umgegangen werden soll. Dieser Plan beinhaltet DNA-Proben und soll dann Konsequenzen für die Halter haben.

Auf ihrer Website hat Anne Horst, Bürgermeisterin der NRW-Stadt Weilerswist, ein Problem angesprochen, das wahrlich weltpolitisch nicht die größte Rolle spielt, aber wohl schon einmal jeden ziemlich gestört hat. Hunde verrichten ihr Geschäft beim Gassigehen und anschließend bleibt das Ganze einfach liegen.

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Hundehalter sollen über DNA ermittelt werden

Eigentlich ist es die Aufgabe des Halters, das Ganze zu entfernen. Dieser Verantwortung gehen aber wahrlich nicht alle nach. Und wie soll man identifizieren, auf welchen Hund der Kot zurückzuführen ist? Das will Horst nun mittels DNA-Technik angehen. So sollen „Hundehalter:innen zur Durchführung einer DNA-Bestimmung für jeden Hund“ verpflichtet werden.

Dadurch gebe es dann in den einzelnen Gemeinden und Städten einen Daten-Pool. Sobald der „herrenlose“ Hundekot dann gefunden wird, kann mittels einer DNA-Probe und den vorhandenen Daten dann zurückgeführt werden, welcher Halter hier seiner Verantwortung nicht nachgekommen ist. Was genau dann nach der Ermittlung der Halter passieren soll, darauf geht Horst nicht ein. Droht ihnen dann eine Geldbuße?

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Mit dieser Ideen bezieht sich Horst in erster Linie auf Erfahrung auf den Bauhof der Gemeinde Hellenthal in ihrem Regierungsbezirk. Hier habe die Kotverschmutzung ein solches Ausmaß angenommen, dass „im Zeitraum von sechs Wochen keine Grünflachen gemäht und an jedem Hundehaufen ein Fähnchen platziert“ wurde.

45.000 Euro Ausgaben für die Stadt wegen Hundekot

Einem Antrag der Grünen in Weilerswist zufolge mussten dort 2021 45.000 Euro in die Hand genommen werden, um Hundekot zu beseitigen. Die Kostenthematik gibt es also ohnehin schon, bald könnten dann weitere Kosten anfallen, um die „Übeltäter“ mittels DNA-Probe zu identifizieren.

Allerdings kostet auch die DNA-Bestimmung für den Daten-Pool Geld. Das liege dann offenbar in der Verantwortung der Bürger. Auch hierauf bezieht sich Horst aber in einer Stellungnahme: „Sicherlich ist dieser Ansatz für Hundehalter:innen teuer, aber im Gegenzug ließe sich im Rat prüfen, ob über die Hundesteuer eine Kompensation erfolgen kann.“

Die Reaktionen auf den Post gehen in verschiedene Richtungen. Einige User haben Verständnis („Sehr gute Idee. Das fordere ich schon lange“), andere weniger („Haben wir nicht andere Probleme? Viele Menschen wissen nicht mehr wie sie die Lebenshaltungskosten bestreiten sollen?“). Es ist auf jeden Fall ein Thema mit Diskussionsbedarf. Die Bürgermeisterin von Weilerswist will dazu in den nächsten Schritten mit Politik-Kollegen den Austausch suchen.