NRW richtet an Karneval Sicherheitszonen ein

Die Kombination von Karneval und Corona stellt die NRW-Behörden vor eine neue Herausforderung. Die Antwort der Landesregierung: An den tollen Tagen sollen "räumlich abgegrenzte Brauchtumsgebiete" eingerichtet werden.
Karneval Köln Schlange
Karnevalisten stehen vor einem Brauhaus in Köln in der Schlange und warten auf Einlass. Foto: Oliver Berg/dpa
Karneval Köln Schlange
Karnevalisten stehen vor einem Brauhaus in Köln in der Schlange und warten auf Einlass. Foto: Oliver Berg/dpa

Die NRW-Landesregierung plant für die Karnevalstage „räumlich abgegrenzte Brauchtumsgebiete innerhalb der Städte“. In diesen Zonen, in denen größere Menschenansammlungen zu erwarten seien, würden höhere Schutzmaßnahmen gelten als außerhalb der Gebiete, teilte am Montag das Gesundheitsministerium in Düsseldorf mit.

Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) hatte sich zuvor mit den Oberbürgermeisterinnen und dem Oberbürgermeister der Karnevalshochburgen Köln, Düsseldorf, Bonn und Aachen über die anstehenden Karnevalstage ausgetauscht. Es sei ihr Ziel, das Schutzniveau in den Bereichen, in denen der Karneval stattfinden werde, zu erhöhen, teilte das Ministerium mit. Dementsprechend werde die nächste Coronaschutzverordnung vorsehen, dass die Städte „räumlich abgegrenzte Brauchtumsgebiete“ einrichten könnten, „die von den Kommunen rechtssicher und einfach umgesetzt“ werden könnten. In diesen Bereichen, in denen größere Menschenansammlungen zu erwarten seien, sollten dann höhere Schutzmaßnahmen gelten.

Karneval 2022: Züge bleiben verboten

Zusätzliche Anziehungspunkte wie zum Beispiel Karnevalszüge würden dort verboten, um nicht noch mehr Menschen anzulocken. Die Landesregierung werde nun die genauen Inhalte der neuen Regelungen für Brauchtumsgebiete erarbeiten und in die Anpassungen der Coronaschutzverordnung aufnehmen. Die aktuelle Coronaschutzverordnung gilt noch bis einschließlich Mittwoch (9. Februar).

In den vergangenen Wochen hatte es immer wieder Debatten gegeben, weil es bisher keine verbindlichen Regelungen für den Straßenkarneval gibt. Viele Vereine haben ihre Umzüge abgesagt – verboten wären sie aber nicht. Unter anderem der Kölner Karnevalspräsident Christoph Kuckelkorn hatte „ein klares Statement von der Politik, wohin es geht“ gefordert.

Laumann teilte am Montag mit, es sei ihm ein wichtiges Anliegen gewesen, sich noch einmal mit den OBs über deren Einschätzungen für die jecken Tage auszutauschen. „Wir werden diese nun mit in die Beratungen über Brauchtumsgebiete für die Karnevalstage nehmen und im Rahmen der Kommunikation zur Coronaschutzverordnung zu den weiteren Details berichten.“

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Festkomitee Kölner Karneval begrüßt klare Regeln

In einer Stellungnahme teilte das Festkomitee Kölner Karneval am Montag mit, es habe in den vergangenen Wochen viel Unsicherheit über die Corona-konforme Durchführbarkeit von Karnevalsveranstaltungen bei den ehrenamtlich agierenden Vereinen gegeben. „Der heutige Austausch zwischen der Landesregierung und den Stadtspitzen der rheinischen Karnevalshochburgen scheint nun mehr Klarheit für den kommenden Straßenkarneval zu bringen, und das begrüßen wir natürlich.“

In Köln sei ab Weiberfastnacht mit großem Andrang zu rechnen und darauf müsse die Stadt entsprechend vorbereitet sein. „Was die neuen Regelungen für mögliche Open-Air-Veranstaltungen von uns und unseren Gesellschaften im Detail bedeuten, wird sich erst in den nächsten Tagen zeigen, wenn die heute besprochenen Themen in entsprechende Verordnungen gegossen werden“, so das Festkomitee.

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dpa