Feuerwehr-Schneisen und Schutzstreifen: So geht NRW gegen Waldbrände vor

Um die Wälder in NRW besser vor Bränden zu schützen, hat die Landesregierung ein Konzept erarbeitet, welches die Bekämpfung von Bränden erleichtern soll.
Wald
Foto: Bernd Wüstneck/dpa-Zentralbild/dpa
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Waldbrände nehmen immer mehr zu. Daher hat die Landesregierung in Nordrhein-Westfalen ein neues Konzept zur Bekämpfung von Waldbränden erarbeitet. Es sieht unter anderem vor, Waldwege 3,50 Meter breit offen zu halten, damit schwere Fahrzeuge der Feuerwehr passieren können. Außerdem sollen Schneisen geschaffen werden, um eine Ausbreitung von Bränden zu verhindern, wie der WDR am Dienstag berichtete.

Das bedeute keineswegs immer Kahlschlag, erklärte das Landwirtschaftsministerium auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur in Düsseldorf. Solche Schutzstreifen könnten auch einfach mit weniger leicht brennbaren Bäumen oder Pflanzen bestückt werden.

Bei dem gemeinsam vom Landwirtschafts- und vom Innenministerium erarbeiteten Konzept handle es sich um Vorschläge, sagte eine Sprecherin. Da der Großteil der Waldflächen in NRW in Privatbesitz sei, könnten die Empfehlungen nicht sofort verpflichtend sein. Offiziell will die Landesregierung ihr Konzept am kommenden Dienstag in Wermelskirchen vorstellen. Zu den möglichen Maßnahmen gehört auch ein Sicherheitsabstand von mindestens 35 Metern zwischen Wald und Gebäuden.

Waldbrand NRW: Monokulturen vermeiden

Nach Angaben des Landesbetriebs Wald und Holz werden 67 Prozent der circa 935.000 Hektar Wald in NRW von rund 150.000 privaten Eigentümern bewirtschaftet. Forstexperten werben seit Jahren für Mischwälder aus überwiegend heimischen Forstarten, die dem Klimawandel besser standhalten können.

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Monokulturen leisteten Bränden Vorlauf, sagte Hartwig Dolgner vom Landesbetrieb Wald und Holz dem WDR. „Außerdem enthalten die Nadelhölzer ätherische Öle, die besonders gut brennen“, warnte der Wald-Experte. Dennoch seien in der Vergangenheit riesige Flächen in Deutschland mit Fichten und Kiefern aufgeforstet worden.

In der mit Holz arbeitenden Bau-Branche werden bislang größtenteils Nadelhölzer nachgefragt. Aus wissenschaftlicher Sicht sei aber etwa die Fichte vor dem Hintergrund abzusehender Klima-Extreme weniger geeignet, künftig noch die benötigten Nadelholzmengen zu sichern, erklärte der Landesbetrieb Wald und Holz.

dpa