Niedrigwasser im Rhein: Sürther Bootshaus schlägt Alarm 

Das Niedrigwasser am Rhein macht nicht nur der Natur und der Schifffahrt schwer zu schaffen. Auch die Gastronomie leidet unter dem niedrigen Pegel – allen voran das Sürther Bootshaus.
Sürther Bootshaus
Das Sürther Bootshaus liegt auf Grund. Foto: Ristau/Tonight.de
Sürther Bootshaus
Das Sürther Bootshaus liegt auf Grund. Foto: Ristau/Tonight.de

Kaffee und Kuchen an der „Côte d’Asürth“ können Besucher des Sürther Bootshauses in dem idyllischen Café in Köln-Sürth derzeit zwar immer noch genießen – allerdings ohne verträumtem Blick aufs Wasser. Denn das Sürther Bootshaus liegt wegen der Hitzewelle in NRW seit mehreren Wochen auf Grund. Kies- und Sandlandschaft statt glitzernder Wasseroberfläche. Tonight News war vor Ort und hat die Lage dokumentiert. Mittlerweile liegt das Hausboot, das einst auf dem Rhein schwamm, am Boden auf.

Hochwasserschutz

Hier wird ein zehn Meter hoher Hochwasserschutz gebaut. Foto: Ristau/Tonight.de

Paradox: Im Hintergrund wird derzeit an einem zehn Meter hohen Hochwasserschutz gebaut. Der dürfte in naher Zukunft erstmal nicht zum Einsatz kommen. Denn die Trockenperiode dauert an. Das Wetter in Köln bleibt sonnig und warm. Regen ist nicht in Sicht. Am Dienstag 2. August, liegt der Kölner Pegel bei 1,08 Metern. Zum Vergleich: Der Normalwasserstand des Rheins bei Köln liegt bei 3,21 Metern. Der niedrigste Rheinpegel, der in Köln je gemessen wurde, lag bei 81 Zentimetern!

>> Trinkwasserversorgung in Düsseldorf: Trockenheit und Dürre lassen Rheinpegel fallen <<

Niedrigwasser im Rhein: Sürther Bootshaus schlägt Alarm

Das Niedrigwasser hat auch Folgen für die Schifffahrt. Eine Sprecherin des Häfen- und Güterverkehrs Köln: „Die Frachtschiffsfahrer sind angehalten, ihre Ladungen entsprechend des niedrigen Rheinpegels zu reduzieren.“ Die Schiffe, die momentan noch vorbeifahren, gefährden das beliebte Café in Köln. Jörg Blöck zu Tonight News: „Wenn Schiffe an uns vorbeifahren, werden wir durch die Nährströmung verschoben.“ Weil das Sürther Bootshaus aber ja trocken liegt, habe sich dadurch bereits der ganze Fußboden verzogen.“ Der Betreiber: „Das knarzt dann immer so, wenn ein Schiff vorbei fährt.“ Wegen der Verschiebungen lassen sich auch manche Türen nicht mehr schließen.

Trocken liege das Sürther Bootshaus jedes Jahr. Aber: „So schlimm war’s aber noch nie“, resümiert Blöck. Normalerweise liege das Bootshaus etwa neun Tage auf Grund. Nun sind es aber bereits drei Wochen. Der Wirt: „Wir brauchen dringend Regen im Süden, zum Beispiel in der Schweiz.“