Köln: Golfplatz gerät in die Kritik wegen Wasserverschwendung

Ein Golfplatz bewässert seine Anlage und verbraucht damit jede Menge Wasser. Kritiker fordern ein Umdenken.
Golf Golfball
Foto: Bohbeh/shutterstock
Golf Golfball
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Im Kölner Stadtteil Roggendorf gibt es eine 611.000 Quadratmeter große Golfsportanlage mit 18 Löchern und allem drum und dran. Seit April gibt es vor Ort mittlerweile eine computergesteuerte Beregnungsanlage, wie auch der „Kölner Stadt-Anzeiger“ schreibt. Und die ruft inzwischen Umweltschützer auf den Plan.

Denn während es seit Wochen kaum regnet, der Boden nach Wasser schreit und eigentlich im Rheingebiet alles vertrocknet und verdorrt ist, strahlt das satte Grün der Fairways auf dem Golfplatz. Auf Nachfrage der Zeitung erklärte der Betreiber, dass knapp 120.000 Quadratmeter Fläche bewässert werden. Ein Brunnen, der zum Gelände gehöre, liefere das Wasser für die Bewässerung.

Zudem sei die Grundwasserbilanz positiv, heißt es. Es versickere jedes Jahr über die gesamte Fläche mehr Wasser ins Grundwasser, als abgegeben werde. Doch längst nicht jeder sieht das so. Sowohl von der Konkurrenz gibt es Kritik, als auch vom Umweltverband BUND. Von dort heißt es, sei die Verschwendung  von Wasser etwas, das „wir uns nach Kosten-Nutzen-Analyse nicht mehr leisten können“.

Verantwortungsvoller Umgang wird angemahnt

Zuspruch erhalten Kritiker auch vom umweltpolitischen Sprecher der Grünen im Kölner Rat Robert Schallehn. „Technisch gesehen ist es eigentlich aber wünschenswert, dass an möglichst vielen Flächen Wasser verdunstet wird, damit eine Großstadt wie Köln nachts überhaupt noch gekühlt wird und nicht 30 Grad am Stück hat. Ich erwarte schon, dass beispielsweise die Betreiber von Golfplätzen ihre Bewässerung in absehbarer Zukunft zumindest zum Großteil aus Regenwasser-Zisternen bewältigen können, anders wäre das nicht mehr akzeptabel.“

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Auch im Düsseldorfer Umweltministerium wird die Bewässerung kritisch gesehen. Denn wegen der Klimakrise erwarte man einen verantwortungsvollen Umgang mit dem Grundwasser. Denn auch wenn es für Köln derzeit keine Probleme mit der Grundwasserversorgung gebe, kann niemand sagen, wie lange die Dürreperiode noch anhält. Daher erklärt auch das Wasserversorgungsunternehmen Rhein-Energie: „Im Gegensatz zu manchen anderen Gegenden in NRW befinden wir uns in der Kölner Bucht in der privilegierten Lage, dass wir ein ausreichendes Wasserangebot auch in einem trockenen Sommer haben. Das befreit uns aber nicht von der Verpflichtung, sorgsam und bewusst mit dieser Ressource umzugehen