Anwohner genervt: Spätlandungen am Flughafen Düsseldorf sorgen für Ärger

Wegen der Personalprobleme in der Flugbranche kommt es vermehrt zu Spätlandungen nach 23 Uhr. Für Anwohner ein besorgniserregender Zustand.
Düsseldorf Flughafen Parkhaus
Ein Parkhaus am Düsseldorfer Flughafen. Foto: Shutterstock/Thomas Quack
Ein Parkhaus am Düsseldorfer Flughafen. Foto: Shutterstock/Thomas Quack

Die Probleme am Flughafen in Düsseldorf ziehen immer größere Kreise. Nach den unhaltbaren Zuständen bei den Sicherheitskontrollen kommen nun auch vermehrt Spätlandungen nach 23 Uhr dazu. Für die Anwohner eine Belastungsprobe.

Denn eigentlich sind Landungen nach 23 Uhr nicht mehr erlaubt. Allerdings gibt es eine Betriebsgenehmigung für Flughäfen, die Landungen im Falle unerwarteter Verspätungen erlaubt. Dagegen wäre an sich auch nicht viel einzuwenden, wenn die Zahl der Verspätungen in einem gewissen Rahmen bleibt. Wie eine Kaarster Bürgerinitiative ausgerechnet hat, ist die Zahl der Verspätungen aber massiv angestiegen.

Mehr noch: Der Anstieg ist auch auf die Personalprobleme der Flugbranche, die auch den Düsseldorfer Flughafen schon länger beschäftigen, zurückzuführen. Wie die Bürgerinitiative „Kaarster gegen Fluglärm“ errechnet hat, landeten im Mai 186 Flüge nach 23 Uhr. Zunächst war dies die höchste Zahl in diesem Jahr verspäteter Landungen.

Verglichen mit dem Mai 2019 aber, vor der Corona-Krise, waren dies auch deutlich mehr. Denn vor drei Jahren waren es bei 20.000 Flügen gerade mal 141 Landungen, die nach 23 Uhr landeten. in diesem Jahr waren es 45 Landungen mehr bei gerade mal 13.000 Flügen.

Rechtfertigungen und hausgemachte Probleme

Für Werner Kindsmüller, den Vorsitzenden des Vereins, ein unhaltbarer Zustand. „Es ist äußerst ärgerlich, wenn der wieder zunehmende Luftverkehr und die Organisationsprobleme der Branche erneut zu einer stärkeren Lärmbelastung der Menschen in der Region führen“, erklärte er in der „Rheinischen Post“. Daher ist die Forderung des Vereins auch deutlich, indem Landungen nach 23 Uhr strikt verboten werden.

Der Flughafen selbst bestätigt zumindest die Probleme, die vor allem an Pfingsten zu Tage getreten seien. Dort kam es allein zwischen Freitag und Montag zu 59 Verspätungen. Die Erklärungen des Airports klingen dagegen wie Rechtfertigungen. Die Luftfahrt „ein komplexes System, in dem trotz aller vorbeugenden, operativen Maßnahmen Verspätungen leider nicht gänzlich ausgeschlossen werden können“, heißt es.

Die Gründe sind allerdings hausgemacht, denn wie Ralph Beisel, Hauptgeschäftsführer des Flughafenverbandes ADV ausführt, fehlen sowohl bei der Abfertigung als auch bei den Sicherheitskontrollen rund 20 Prozent Mitarbeiter. Aufgrund der Corona-Krise und dem Einbruch der Luftfahrtbranche hätten viele Beschäftigte die Branche bzw. den Job gewechselt. Dies führe nun zu den Problemen an den Flughäfen.

Für den Standort Düsseldorf keine guten Aussichten, denn das Signal, welches damit ausgesendet wird, schrecke Geschäftsreisende sowie Passagiere ab, heißt es etwa vom Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer Düsseldorf Gregor Berghausen. „Wir dringen darauf, dass die Lage am Airport besser wird und sich zumindest nicht weiter verschlechtert.“ Nun sollen für die kommenden Ferien Studenten und Hilfskräfte angeheuert werden, um für Entlastung zu sorgen.

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