ADAC-Studie belegt: Autobahn-Tankstellen in NRW kassieren besonders krasse Aufschläge

Für die meisten Autofahrer dürfte es wenig verwunderlich sein: Tanken auf der Autobahn ist teurer als hinter der nächsten Ausfahrt. Wie heftig die Aufschläge mittlerweile aber wirklich ausfallen, und warum Autofahrer in NRW am meisten für Sprit zahlen, beantwortet der ADAC in einer neuen Studie.
Foto: Vladyslav Starozhylov/shutterstock
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Keine Überraschung: Hinter der nächsten Autobahn-Ausfahrt tankt es sich meistens deutlich billiger – und das wird wohl auch noch lange so bleiben. Nun bestätigt auch eine aktuelle Stichprobe des ADAC die alte Autofahrerweisheit – verblüfft im Detail aber mit den genauen Preisen und einer Statistik, welche NRW vor alle andere Bundesländer stellt.

Wer in der anstehenden Sommerreisesaison an der Autobahn tankt, zahlt einer ADAC-Stichprobe zufolge häufig drauf. Beim Preisvergleich von Autobahntankstellen mit ihren Pendants hinter der jeweils nächsten Ausfahrt müssen Autofahrer demnach bis zu 40 Cent mehr zahlen – Super E10 im Schnitt 39 Cent, bei Diesel lag der Preisunterschied bei 38 Cent.

Wer bei diesem Preisunterschied noch keine grauen Haare bekommt, der wirft einen Blick auf die Spitzenreiter der ADAC-Stichprobe: Bei 40 Tankstellenpaaren entlang der großen Autobahnen: reichen die Preise von atemberaubenden 54 Cent bei Benzin und 50 Cent bei Diesel. Immerhin: der Unterschied fiel niedriger aus als noch vor einem Jahr. Damals hatte die höchste Differenz 70 Cent betragen. Die durchschnittlichen Unterschiede lagen damals mit 42 Cent bei Benzin und 36 bei Diesel dagegen in sehr ähnlichen Dimensionen wie jetzt.

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Autobahn-Tankstellen in NRW absolute Spitzenreiter

Besonders heftig sind die Unterschiede in Nordrhein-Westfalen, wo der Schnitt bei Super E10 und bei Diesel bei mehr als 43 Cent pro Liter liegt – also nochmal 5 Cent mehr, als im Rest des Landes.

In Sachen konkreter Autobahnen schockieren vor allem die Preise auf der A2 in Westfalen: Laut waz.de mussten Autofahrer an der Tankstelle Ryhnern Süd bei Hamm (östlich von Dortmund) pro Liter E10 54,2 Cent und pro Liter Diesel 49,7 Cent mehr bezahlen.

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Ein kurzer Umweg lohnt sich immer

„Das Phänomen, dass Autobahntankstellen unverhältnismäßig hohe Spritpreise verlangen, gibt es seit langem“, kritisiert der Leiter des Ressorts Verkehr beim ADAC, Stefan Gerwens. „Aus Sicht des ADAC sind derart hohe Aufschläge nicht zu rechtfertigen.“ Er rät Autofahrern, von der Autobahn abzufahren. Ein kurzer Umweg lohne sich praktisch immer, hieß es vom Verkehrsclub.

Zuletzt haben die Spritpreise nach einer wochenlangen Talfahrt wieder etwas zugelegt. Dass dies in etwa zeitgleich mit dem Beginn der Sommerreisezeit in den ersten Bundesländern passiert, ist allerdings wohl eher Zufall. Darauf deutet auch hin, dass nicht nur Benzin, sondern auch Diesel zugelegt hat, das in sehr viel höherem Maß von gewerblichen Kunden nachgefragt wird als das meist von Privatpersonen getankte Benzin.

Neben dem Abfahren von der Autobahn rät der ADAC zudem, abends zu tanken. Dann sind beide Kraftstoffe in der Regel einige Cent billiger als am Morgen. Und wer ins Ausland fährt, sollte die Spritpreise am Ziel betrachten, wie aus Daten der EU-Kommission hervorgeht. So sind Kraftstoffe vor allem im Osten und Südosten Deutschlands in der Regel deutlich billiger als hierzulande.

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mit Material der dpa