Grizzly-Bär Schrei
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Ein Grizzly-Bär hat im Nordwesten der USA eine Camperin angegriffen und tödlich verletzt. Das etwa 180 Kilogramm schwere Tier habe die 65-jährige Leah Davis Lokan im kleinen Ort Ovando in der Nacht aus ihrem Zelt gezerrt, teilte die Wildtier- und Parkverwaltung (FWP) des Bundesstaates Montana mit. Ganz in der Nähe des Tatorts wurde am Freitagmorgen ein Bär erschossen.

Die Parkverwaltung geht davon aus, dass es sich um denselben Bär handelt, der die Frau angegriffen hatte. Der Bär wurde erschossen, nachdem er einen Hühnerstall attackiert hatte. DNA-Proben des Bären sollen nun mit Proben vom Tatort des Angriffs auf die Frau verglichen werden.

Leah Davis Lokan Grizzly tot
Krankenschwester Leah Davis Lokan, hier auf einem Foto aus dem Jahre 2014, wurde auf brutale Art und Weise von einem Grizzly-Bären getötet. Foto: Lori Mallory Eckhart via AP

Das Opfer, eine pensionierte Krankenschwester aus Kalifornien, war nach Angaben des Sheriffs auf einer großen Fahrradtour mit ihrer Schwester und einem Freund. Der Angriff ereignete sich in der Nacht auf Dienstag, als das Trio in Ovando übernachtete.

USA: Grizzly tötet Frau im Schlaf

Wie die Parkverwaltung mitteilte, wurden die Camper zunächst durch die Geräusche des Bären geweckt. Sie hätten daraufhin die Lebensmittel aus den Zelten genommen und woanders sicher verstaut. Der Grizzly sei daraufhin verschwunden.

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Etwa eine halbe Stunde später sei er aber zurückgekehrt und habe die allein schlafende Frau in dem Zelt attackiert. Ihre Begleiter konnten das Tier zwar mit Bärenspray vertreiben, die 65-Jährige sei aber so schwer verletzt worden, dass sie starb.

„Kein normales Bärenverhalten“

„Das ist kein normales Bärenverhalten“, sagte Lemon. So aggressiv seien die Tiere meist nur, wenn sie Nahrung oder ihre Jungen verteidigten. Deshalb sei die Erlaubnis gegeben worden, den Grizzly zu erschießen. Die Campingplätze in der Umgebung wurden vorübergehend geschlossen.

Auf der Jagd nach dem Bären waren Fallen ausgelegt worden, sagte FWP-Sprecher Greg Lemon. Auch ein Hubschrauber war zeitweise im Einsatz. Ovando ist mit seinen weniger als 100 Einwohnern ein beliebter Durchgangsort für Ausflügler. Er liegt in einer Region mit weitläufigen Wäldern nahe dem Glacier-Nationalpark. In der Gegend leben schätzungsweise 1000 Bären.

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Grizzlys waren einmal fast ausgerottet und stehen seit 1975 in den USA unter Schutz. Einen Bärenangriff mit tödlichem Ausgang hatte es in der Umgebung zuletzt im April gegeben.

Quelle: dpa