Foto: Screenshot cbsnews.com
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Marge und Jerry Selbee aus Michigan haben über Jahre bei unzähligen Lottoteilnahmen 26 Millionen Dollar gewonnen. Dabei hatten sie kein Glück, sondern bedienten sich einem mathematischen Trick. 

Die Selbees arbeiteten jahrelang in ihrem eigenen, kleinen Laden, bis sie mit Mitte 60 in Rente gingen. Im Jahr 2003 stattete Jerry dem Kiosk mal wieder einen Besuch ab, als ihm eine Werbung für ein Lotto-Spiel namens „Winfall“ auffiel. Der heute 80-Jährige, der ein abgeschlossenes Mathematik-Studium besitzt, wurde stutzig.

Denn er bemerkte, dass es bei „Winfall“ einen entscheidenden Unterschied zu den sonst bekannten Lotto-Spielen gab: „Es war simple Arithmetik“, sagte Jerry nun gegenüber „CBS„, als das Ehepaar aufdeckte, wie es sich die umgerechnet rund 23 Millionen Euro ertrickste.

Denn im Gegensatz zu anderen Lotto-Spielen, wo der Gewinn so lange anwächst, bis jemand alle sechs Zahlen richtig hatte, wurde bei „Winfall“ der Gewinn ausgeschüttet, sobald der Jackpot die 5-Millionen-Dollar-Grenze überschritt. Dabei profitierten nicht nur die Personen, die fünf Richtige hatten, sondern auch Spieler mit vier oder drei richtigen Zahlen.

Die genaue mathematische Formel würde an dieser Stelle den Rahmen sprengen, aber so viel sei gesagt: Jerry hat das System durchschaut und einen Weg gefunden, auf Dauer ordentlich Kohle mit „Winfall“ zu machen. Bei der ersten Zwangsausschüttung kaufte das Ehepaar Lose im Wert von 3600 Dollar und bekam stolze 6300 Dollar zurück. Beim zweiten Mal investierten sie 8000 Dollar und bekamen erneut ungefähr das Doppelte zurück.

Beide gründeten sogar eine Gesellschaft mit dem Namen „G.S. Investment Strategies“, um Freunde und Familie an ihrem Trick teilhaben zu lassen. Im Jahr 2005 hatten sie bereits 25 Aktionäre, bis der Bundesstaat Michigan den Fehler im System bemerkte und „Winfall“ einstampfte.

Einer der Aktionäre machte die beiden jedoch darauf aufmerksam, dass es im 14 Autostunden entfernten Massachusetts ein ähnliches Spiel gab – das sie fortan ebenfalls austricksten. Sechs Jahre lang nahm das Paar die Fahrt an die Ostküste auf sich, sobald eine Zwangsausschüttung anstand. Dort kauften Marge und Jerry hunderttausende Tickets und verbrachten nach der Ziehung zehn Tage lang zehn Stunden damit, die Tickets nach Nieten und Gewinnen zu sortieren. „Im Schnitt sind wir sieben mal im Jahr nach Massachusetts gefahren“, erzählt Jerry. Ihr Gewinn: Rund 4,2 Millionen Dollar pro Jahr. 

Ob sie davon nicht irgendwann müde wurden? „Es hat Spaß gemacht“, erzählt Jerry und seine Frau stimmt ein: „Es war ein echtes Vergnügen. Es gab dir ein Rauschgefühl.“

Im Jahr 2011 hatte der Spaß jedoch ein Ende. Auch in Massachusetts ist man irgendwann auf den Trichter gekommen, dass hier jemand das System austrickst. Das Ehepaar musste sogar ein juristisches Nachspiel befürchten, doch eine Untersuchung kam zu dem Ergebnis, dass Jerry und Marge nie gegen irgendein Gesetz verstoßen haben.

Von ihrem Gewinn renovierten die Selbees ihr Haus und bezahlten ihren Enkeln und Urenkeln ihre Ausbildung.

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