Foto: Screenshot YouTube
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Der US-Amerikaner Jered Eames hat unter dem Künstlernamen Jered Threatin eine Fake-Band gegründet und wochenlang Leute in der Musik-Industrie nach Strich und Faden belogen. Erst bei einer Europa-Tour, in der er eigentlich in sechs Ländern spielen wollte, flog Eames auf.

Was braucht man, um 2018 im Musik-Business erfolgreich zu sein? Natürlich immer noch Promoter, Leute, die sich um Management, Bookings und Reisen kümmern und in den meisten Fällen eine Plattenfirma. Im modernen Zeitalter sind weitere Parameter natürlich auch Facebook-Likes und Zusagen für eigene Veranstaltungen in den Sozialen Netzwerken.

Alles davon hat „Rocker“ Threatin geschaffen – mit großer Vorstellungskraft und viel Mühe. Die Sachen, die man recht plump selbst erschaffen kann, wurden pseudo-gegründet – Likes, Views und Zusagen in den Sozialen Netzwerken und auf YouTube wurden gekauft.

Laut „Daily Mail“ kamen alle Facebook-Profile, die auf der Plattform zugesagt haben, zum ersten Tour-Termin in London zu kommen, aus Brasilien – bestimmt nur ein Zufall. Rund 38.000 Fans hatte Threatin auf Facebook, immerhin 16.000 auf Instagram.

Im Club „The Underworld“ in der Hauptstadt Großbritanniens sollte die Tour starten – der Gastgeber sprach davon, dass Threatins „Agent“ rund 300 verkaufte Tickets versprochen habe. Letztlich kam nur knapp ein Prozent davon – genau drei Leute. Der Club beschwerte sich in einem Facebook-Post auf der Seite des „Künstlers“, die mittlerweile aber gelöscht wurde.

Eames‘ Alter Ego Threatin war übrigens das einzige dauerhafte Mitglied der Band, die anderen (ahnungslosen) Musiker fand er über Facebook. „Sie haben die komplette Show gespielt. Wenn eine Band vorher die Gebühr zahlt, sind wir verpflichtet dazu, die Sache durchgehen zu lassen. Das Beeindruckteste war, dass es Threatin nicht zu interessieren schien. Er wirkte ziemlich glücklich damit, alles zu geben – auch ohne Publikum“, sagte Jon Vyner vom Underworld-Club „BBC Newsbeat„.

Bizarr ist, dass Threatins Musik-Video zum Song „Living is Dying“ mittlerweile über 1,1 Millionen Views auf YouTube hat – wie viele davon gekauft sind und wie viele die Fake-Story mit sich gebracht hat, kann man nur mutmaßen.

Auf Twitter äußerte sich der US-Amerikaner inzwischen selbst zur Geschichte: „Was sind Fake News? Ich habe einen leeren Raum in eine internationale Schlagzeile verwandelt. Wenn ihr das liest, seid ihr Teil der Illusion.“

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