Zocker zocken League of Legends
Foto: shutterstock/Djordje Novakov

Ein 13-Jähriger aus Haßfurt (Bayern) hat mit einer Amokdrohung gegen die Entwicklerfirma des Computerspiels „League of Legends“ in den USA das FBI auf den Plan gerufen.

„Der Bursche hatte in einem Chat sehr konkret einen Amoklauf im Studio der Firma angekündigt“, sagte ein Polizeisprecher am Samstag in Haßfurt.

Nachdem Mitarbeiter der Firma mit Sitz in Los Angeles den Chat entdeckt hatten, alarmierten sie die amerikanische Bundespolizeibehörde FBI. Diese ermittelte und gab die Erkenntnisse an die deutschen Kollegen weiter. Das bayerische Landeskriminalamt und die örtliche Polizei machten sich dann auf die Suche nach dem Autor der Drohung.

„Das war zunächst nicht ganz einfach – wir hatten nur eine IP-Adresse“, teilte der Sprecher weiter mit. Nach kurzen Ermittlungen fanden die Beamten Name und Adresse des Jugendlichen aus Haßfurt heraus.

Bei einem Gespräch zusammen mit dessen Eltern kam heraus: „Das Ganze war von ihm als Scherz gedacht“. Er habe sich einsichtig gezeigt. Die Staatsanwaltschaft habe deswegen und im Hinblick auf das Alter des Jungen das Verfahren eingestellt. Ganz folgenlos bleibt die Aktion für ihn dennoch nicht: „Sein Name ist in den Datenbanken des FBI gespeichert – das kann zum Beispiel zu einem Einreiseverbot in die USA führen“, hieß es.

Das Computerspiel „League of Legends“ (LoL) wird nach Angaben der Entwicklerfirma weltweit von mehr als einhundert Millionen Menschen gespielt. Bei dem Action-Strategiespiel treten die Spieler einzeln oder in Teams als „Kämpfer, Schützen oder Magier“ gegeneinander an. Es wird auch bei E-Sport-Meisterschaften gespielt.

Zu einem ähnlichen Vorfall kam es im Februar in den USA. Im Bundesstaat Indiana hat ein Teenager die Polizei auf den Plan gerufen, nachdem er Siri, der Sprachassistentin von Apple, sagte, er wolle in seiner Schule um sich schießen. Einen Screenshot davon postete er dann in den Sozialen Netzwerken.

Quelle: dpa