Ellie Goulding G20 Global Citizen Festival-Konzert
Foto: dpa/Georg Wendt

Es war ein Schock: Ellie Goulding erklärte in einem emotionalen Instagram-Post, dass sie am Hochstapler-Syndrom leide. Doch was hat es mit der Erkrankung auf sich?

„Meine Angst hat viel mit dem Hochstapler-Syndrom zu tun. Weil ich nicht genug an mich glaube und meine, es nicht zu verdienen, glücklich zu sein, sabotiere ich mich selbst“, erklärte die Sängerin. Ein Hauptgrund für die psychischen Probleme sei der Wechsel zwischen ihrem hektischen Leben als Künstlerin und einem normalen Alltag.

Bereits ihr Großvater habe mit dem Hochstapler-Syndrom zu kämpfen gehabt – und sich letztlich das Leben genommen.

Goulding wehrt sich gegen diesen Druck: mit täglichem Training. „Das Gefühl, dass Blut durch meine Adern fließt, und der menschliche Körper, der das leistet, erinnert mich daran, wie schön es ist, am Leben zu sein“, schreibt Goulding dazu.

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Sorry this is a little late, but I had to speak about about Mental Health Awareness, for what it’s worth. We all have a right to feel what we do, whatever it is, whoever we are- Exhilaration, madness, absolutely nothing at all, confusion, chronic sadness… (I can sometimes feel all these things in the space of a few days). I am beyond relieved that more light is being shone on the complexity of going from being a touring artist/ performer to going straight back to normality on a regular basis. The constant change of pace is sometimes just too much to bare. Thank you to those artists who have spoken so candidly about it lately. I know I chose this job but nothing could have prepared me for the ups and downs that come with it. I know for sure that a lot of my anxiety has come from what they call “imposter syndrome” not believing in myself enough and thinking that I don’t deserve happiness, which results in wanting to sabotage my own success. I keep my head straight by training every day (running and boxing mainly) and although it is so hard sometimes to be motivated, the feeling of blood pumping through my veins and a human body performing the way it so impressively does reminds me how cool it is to be alive. Today I’m thinking about my grandfather, who took his own life a few years back. I wish I had spoken to him more, and wish we could have had even the smallest clue of how unhappy he was. I admire those who get out of bed every morning and seize the day, even when they’re not feeling too great. That requires a lot of courage. Please know that you are doing amazingly and I’m proud of you. Ellie xx #mentalhealthawareness

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Was ist das Hochstapler-Syndrom?

Man spricht vom Hochstapler-Syndrom, Impostor-Syndrom oder auch Impostor-Phänomen, wenn eine Person davon überzeugt davon ist, sein Umfeld über die eigenen Fähigkeiten getäuscht zu haben und in Wirklichkeit nicht so kompetent zu sein wie andere annehmen. Eigener Erfolg wird auf äußere Faktoren wie beispielsweise Glück geschoben und nicht auf die eigenen Fähigkeiten. Infolgedessen leiden Erkrankte an der Angst, irgendwann als Hochstapler entlarvt zu werden.

Wie behandelt man das Impostor-Syndrom?

Im Gespräch mit „Bild“ erklärte Prof. Sonja Rohrmann, Professorin für Differentielle Psychologie und Psychologische Diagnostik an der Goethe-Universität Frankfurt: „Die effektivste Therapie zur Überwindung des Hochstapler-Syndroms ist, zu erkennen, dass es existiert.“

Dies könne sowohl mithilfe von Selbsthilfemaßnahmen als auch mit Coaching erreicht werden. „Sollte eine betroffene Person jedoch über ein normales Maß hinaus unter Versagensängsten, Minderwertigkeitsgefühlen bis hin zu Burnout und Depressionen leiden und die Abweichung des emotionalen oder kognitiven Erlebens so stark sein, dass erheblicher Leidensdruck besteht und es zu starken Beeinträchtigungen im Alltag kommt, ist eine dem jeweiligen Störungsbild angepasste Psychotherapie ratsam.“

Ziel einer jeden Behandlung sei es, ein Selbstwertgefühl aufzubauen, das unabhängig von den Bewertungen anderer Menschen ist. Außerdem würden die verzerrten Denkmuster sowie die Verhaltensweisen analysiert und entsprechend verändert.