Gipsfuß Gips Fuß
Foto: Shutterstock/dnaveh

Mit Märchen ist das ja so eine Sache: Frösche verwandeln sich natürlich nicht in Prinzen. Und zaubern wie das Rumpelstilzchen: Das geht nicht. Aber es gibt märchenhafte Dinge, die man auch in Wirklichkeit tun kann. Darum geht es bei der Märchenakademie von Martin Beyer.

Rumpelstilzchen packte übrigens auch „in seiner Wut den linken Fuß mit beiden Händen und riss sich selbst mitten entzwei“. Das Märchen wurde einst von den Gebrüdern Grimm verfasst, Anfang des 19. Jahrhunderts war es Jacob Grimm, der es verfasste und für ein junges Mädchen an einen Gelehrten versandte. Bis heute ist es ziemlich bekannt. Der Lehrer will mit Kindern gemeinsam Märchen erzählen und sich Geschichten ausdenken. Für so etwas sei sonst in der Schule zu wenig Zeit, sagt er. Deshalb hat er sich die Märchenakademie ausgedacht.

Die Akademie befindet sich nicht in einem Schulgebäude. Sie ist ein Projekt, das Martin Beyer mitgegründet hat. Als Märchenlehrer besucht er Schulen – wie an diesem Vormittag im Bundesland Bayern. Die Kinder lernen, wie sie selbst spannende Geschichten erzählen. Im Unterricht geht es aber nicht um Noten. «Es geht um Respekt, Freundschaft – und ums Frechsein, das Regelbrechen.»

Dazu passt auch die Geschichte von Titus. Er ist der Held eines Märchens: «Titus und der verwunschene Wald». Herr Beyer erzählt den Kindern die Geschichte. Titus muss Abenteuer bestehen und trifft das Rumpelstilzchen, Dornröschen, die sieben Zwerge. In der Geschichte kommen also Figuren aus verschiedenen Märchen zusammen. «Das war cool», sagt der Schüler Paul.

Zur Abwechslung wird zwischendurch geprobt: Märchen-Rap steht auf dem Plan. Der Lehrer rappt vor, die Schüler stimmen ein. Die Kinder proben die Strophen zweimal. Ganz schnell schaffen sie es allein. Sie rappen im Chor, von Märchenhelden und ihren Mutproben.

Quelle: dpa