Foto: DrObjektiff/Shutterstock.com (Symbolbild)
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Ein Eheversprechen gehört zu den besonderen Momenten im Leben. Das wird gefeiert, und das Ereignis bezeugt mit Bildern, Videos und Urkunden. Und vielleicht auch einem Baum. Den pflanzen manche Gäste, aber auch die Paare selbst als Zeichen für die geschlossene Ehe, die genauso langlebig und stabil wie eben ein Baum sein soll.

Und der Hochzeitsbaum steht für die bestenfalls tiefe Verbundenheit der Ehepartner. Wer aber nur ein Liebesherz in den Stamm einer Eiche schnitzt, wird diesen zehn Jahre später noch auf derselben Höhe finden.

„Zugleich ist der Apfel natürlich eine besondere Symbolik, die von Brautpaaren häufig gewählt wird“, sagt der Baumschulmeister Gerhard Baumgartner aus Dietersburg bei Passau. Die Frucht steht für Gesundheit, ewige Jugend und Unsterblichkeit.

Die Geschichte des Menschen ist mit den Bäumen seit alters her eng verbunden. Sie waren oftmals Treffpunkt für die Gemeinschaften, auf dem Dorfplatz etwa, unter der alten Ulme oder der großen Eiche.

Und die Wälder waren heimlicher Treffpunkt der Verliebten, die ihre Initialen ins Holz schnitzten. Aber Bäume geben noch mehr her: Ihr Holz ist ein Wert, der wächst und der gerade in früheren Zeiten ein wichtiges Element war, um die eigenen Existenz zu sichern – als Bauholz für das Haus, zum Schreinern von Möbel oder als Tauschmittel.

In manchen Regionen war ein Hochzeitsbaum daher einst sogar Pflicht: In Norddeutschland mussten bis zum Jahr 1848 junge heiratswillige Männer eine bestimmte Anzahl von Bäumen gepflanzt haben, erläutert Lorena Dreher-Mester, Mitarbeiterin der Gemeindeverwaltung Hambergen (Niedersachsen). Erst mit diesem Nachweis konnten sie damit rechnen, dass die Eheschließung erlaubt wurde.

Der Standort eines solchen Hochzeitsbaumes ist oft schwierig. Ganz abgesehen von den individuellen Bedürfnissen der Arten und Sorten an Boden und Sonneneinstrahlung spielen auch Faktoren wie die Größe eines heranwachsenden langlebigen Baumes eine Rolle. Nicht jeder hat schließlich Platz für eine Eiche auf dem Grundstück. Und darüber hinaus: Nicht jedes Paar hat schon ein eigenes Haus mit Garten – oder aber es bleibt dort nicht das ganze Leben lang.

Viele Gemeinden stellen daher inzwischen Paaren, die sich im Ort das Ja-Wort geben, einen Platz zur Verfügung, an dem der Hochzeitsbaum gepflanzt werden kann. Die Gemeinde Hambergen beispielsweise hat einen eigenen Hochzeitswald. In der für Gehölze idealen Zeit im Herbst treffen sich alle Baumpaten und setzen ihre Bäume gemeinsam ein.

Das kann auch andernorts der Weg für Paare und die Schenkenden eines solchen Hochzeitsbaums sein: Manche Kommune freut sich vielleicht über die Spende des Baums für eine Allee oder den Gemeindewald – man sollte sie aber vorher fragen.

Quelle: dpa