Welcher See ist die Heimat einer Robbenart, die ausschließlich dort vorkommt?

Der Baikalsee ist die Heimat einer Robbenart, die ausschließlich dort vorkommt. Die sogenannte Baikalrobbe ist eine Süßwasser-Robbenart.
Baikalrobben
Baikalrobben. Foto: Shutterstock/Andrei Gilbert
Baikalrobben
Baikalrobben. Foto: Shutterstock/Andrei Gilbert

Es gibt Tierarten, die nur an einem bestimmten Ort auf der Welt vorkommen. Das gilt auch für den Baikalsee, einen See in Sibirien, der als der tiefste der Welt gilt: Von den mehr als 2000 Arten kommen 1500 nur in dieser Region vor.

So ist der Baikalsee etwa Heimat einer Süßwasser-Robbenart, der sogenannten Baikalrobbe, die ausschließlich dort vorkommt. Auch der lachsähnliche Speisefisch Omul und der reichlich Sauerstoff produzierende Kleinkrebs Epischura sind nur am Baikalsee zu finden.

Die einheimischen Burjaten nennen das 30 Millionen Jahre alte Gewässer, das Unesco-Weltkulturerbe ist, nicht ohne Grund den „reichen See“ und verehren ihn wie eine Gottheit. Die Tier- und Pflanzenwelt im und an den Ufern des Baikalsees ist einzigartig. Das Dorf Listwjanka am Westufer des Baikalsees ist ein beliebter Ausgangspunkt für Touren zum Beobachten von Wildtieren (Sommer) sowie zum Schlittschuhlaufen oder für Hundeschlittenfahrten (Winter).

Der Baikalsee kommt immer wieder in die internationalen Schlagzeilen. Früher kämpften Umweltschützer gegen eine Zellulosefabrik, deren Abwässer direkt in den Baikalsee geleitet wurden. Die als „Schande Russlands“ bezeichnete Fabrik wurde 2013 geschlossen. Inzwischen setze dem rund 640 Kilometer langen See besonders der wachsende Tourismus zu, sagte sogar der Umweltbeauftragte des Kremls, Sergej Iwanow im September 2019. „Der Baikal bereitet uns große Sorgen“, betonte er unlängst bei einer Umweltkonferenz. Viele Touristen zelteten ohne Genehmigung, Hotels verfügten nicht über Kläranlagen. Zudem grillten viele Menschen wild und verursachten immer wieder schwere Waldbrände. Tonnen von Abfall lägen am Ufer und gefährdeten den See, der an der breitesten Stelle rund 80 Kilometer misst.

Die Einwohner von Listwjanka hadern immer wieder mit den Touristenmassen. „Es ist eine echte Belagerung“, sagt Touristenführer Roman, der die Gäste von der rund 70 Kilometer entfernten Stadt Irkutsk zum See bringt. Gleichzeitig profitiert die strukturschwache Region enorm von den Besuchern.

dpa