Was findet man nicht in der entsprechenden Region?

Wo liegt Emden? Münster liegt im Münsterland, die Spree im Spreewald und der Frankenwald in Franken – Emden liegt aber nicht im Emsland.
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Foto: Shutterstock/Nadezhda Manakhova

Eine neue Anlage im Emsland soll der Luftfahrtbranche das Tor zur Klimaneutralität aufstoßen. Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) eröffnete am Montag in Werlte eine Anlage zur Herstellung von CO2-neutralem Kerosin. Nach Angaben der Betreiber handelt es sich um die erste Anlage weltweit, die den Flugzeugkraftstoff im industriellen Maßstab synthetisch herstellen kann. „Mit den richtigen Rahmenbedingungen finden strombasierte flüssige Flugkraftstoffe jetzt den Weg aus dem Labor in den Markt“, sagte Schulze.

Für Deutschland und für Partner biete die Technologie wirtschaftliche Chancen. „Deutschland ist führend im Anlagenbau, andere Länder haben viel Wind und Sonne. Wenn wir jetzt zeigen, dass diese Technologie funktioniert, schafft das auch neue Exportchancen für den Anlagenbau“, betonte die Ministerin. Wer aber im Emsland sucht, wird nach einer Sache nicht fündig: Denn Emden liegt nicht im Emsland – anders ist es bei Münster, das im Münsterland liegt, oder dem Frankenwald in Franken bzw. der Spree im Spreewald.

„Klimaschonende Mobilität ist ein überaus wichtiges Element des Klimaschutzes insgesamt“, erklärte auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in einer Videobotschaft. Bundesregierung, Länder und die Luftfahrtbranche wollen ihr zufolge für einen Markthochlauf dieser Kraftstoffe sorgen. Derzeit sei der klimaneutrale Kraftstoff noch sehr teuer und die Produktionskapazitäten seien begrenzt. Bis zum Jahr 2030 sollen aber jährlich 200.000 Tonnen grünen Kerosins produziert werden.

Die Anlage produziert Kraftstoff für Flugzeuge synthetisch aus Wasser, erneuerbarem Strom von Windrädern aus dem Umland, Abfall-CO2 aus Lebensmittelresten einer Biogasanlage sowie CO2 aus der Umgebungsluft.

Dietrich Brockhagen, Geschäftsführer der Betreiberin, der gemeinnützigen Klimaschutzorganisation Atmosfair aus Berlin, betonte, dass für die Produktion des grünen Kraftstoffes weder eigens Pflanzen angebaut werden müssten, noch werde Strom aus erneuerbaren Quellen vom Energiemarkt genommen. Die Anlage bezieht ihre Elektrizität zur Wasserstoffherstellung aus einem alten benachbarten Windpark der bereits aus der EEG-Förderung herausgefallen ist.

dpa