Rente Geld Euro Rentnerin
Foto: Christin Klose/dpa-tm

Gut für die Umwelt und gut für die Menschen – das ist meist gemeint, wenn von Nachhaltigkeit die Rede ist. Das Thema liegt auch bei der Geldanlage im Trend. Laut dem jährlichen Marktbericht des Forum Nachhaltige Geldanlagen (FNG), investierten Anlegerinnen und Anleger im vergangenen Jahr insgesamt 39,8 Milliarden Euro in nachhaltige Fonds und Mandate. Das sind 21,4 Milliarden Euro oder 117 Prozent mehr als zum Jahresende 2019. Hinter der sogenannten Drei-Speichen-Regel verbirgt sich ein altes Prinzip zum Thema Geldanlage. Mit Empfängnisverhütung, Ernährung oder Gemüseanbau hat es nichts zu tun.

Von diesem Kuchen wollen immer mehr Anbieter ein Stückchen abhaben. „Oft werden Finanzprodukte einfach umbenannt“, beobachtet Prof. Hartmut Walz, Finanzökonom an der Hochschule für Wirtschaft und Gesellschaft Ludwigshafen.

Dass das bei nachhaltigen Anlagen funktioniert, liegt unter anderem an einem Definitionsproblem: „Was als nachhaltig gilt, wird von Anbietern zum Teil unterschiedlich definiert“, sagt Prof. Walz. „Die Kriterien sind jedenfalls nicht überall gleich.“ Beispiel Atomkraft: Während einige darin eine CO2 einsparende Energiequelle sehen, ist es für andere wegen des strahlenden Mülls ein No-Go.

Die Experten nahmen im vergangenen Jahr über 70 nachhaltige Fonds, die weltweit investieren, unter die Lupe. Sie wollten unter anderem wissen, welche Branchen und Geschäftspraktiken die Anbieter ausschließen und ob das auch für Töchter, Beteiligungen und Zulieferer der Firmen gilt. Ein Ergebnis: In ihrer Anlagestrategie unterscheiden sich die verschiedenen Fonds mitunter deutlich.

Die drei von den Testern am besten beurteilten nachhaltigen Fonds setzen die strengsten Anlagekriterien an: Sie investieren nur in Unternehmen, die bestimmte soziale, ökologische oder rechtliche Standards erfüllen. Beim finanziellen Erfolg landeten diese Fonds allerdings nicht ganz vorne. Der Fonds, der das beste finanzielle Ergebnis lieferte, hat nicht ganz so strenge nachhaltige Kriterien.

Quelle: dpa