Haselnussstrauch in der Morgensonne
Foto: Henning Kaiser/dpa

Heimische Pflanzen, die seit Jahrhunderten in der Region wachsen, haben meist einen unschlagbaren Vorteil: Sie haben sich bewährt. Sie kommen mit der örtlichen Witterung klar und sind an die Bodenverhältnisse angepasst. Ein wahres Phänomen ist dabei der Haselnussstrauch. Der Haselnussstrauch zeichnet sich dadurch aus, dass er hierzulande meist schon am Ende des Winters Blüten zeigt – damit lange vor dem Blattaustrieb.

Man darf hier aber keine falschen Vorstellungen haben: Zwar sind viele Bepflanzungen eher locker gewachsene Wildhecken, aber auch gerade geschnittene grüne Wände sind mit altbewährten Pflanzen problemlos möglich. Denn die ursprüngliche Wildhecke, die man locker wachsen lässt, braucht Platz.

„Ein Pflanzstreifen von zwei Metern Breite ist notwendig, damit die Gehölze sich artgerecht entfalten und ihre vielen ökologischen Trümpfe als Nahrungsquelle und Schutzraum ausspielen können“, erklärt Robert Markley, Geschäftsführer des Verbandes der Gartenbaumschulen in Haan (Nordrhein-Westfalen). Ein Holunder kann zum Beispiel nach einem starken Rückschnitt und unter guten Bedingungen innerhalb eines Jahres übermannshohe Neutriebe bilden.

Nabu-Experte Hofmann ist hingegen begeistert vom Haselnussstrauch: „Wenn ich tatsächlich Platz habe und ich zwei oder drei Meter für einen Heckensaum zur Verfügung stellen kann, dann ist es natürlich auch ideal, ein paar Haselnüsse mit anpflanzen. Es ist ein ganz toller Strauch für die Feldhecke.“ Fink empfiehlt für Nasch-Hecken Brombeeren, Himbeeren und den Europäischen Wildapfel. Auch die schon erwähnte Schlehe gehört in diese Gruppe: Mit ihren Früchten lässt sich Likör machen.

Hecken wurden früher oft als Hindernisse eingeplant, gerade um das weidende Vieh auf den Feldern zu halten. Aber sie wurden auch zur Grenzsicherung benutzt. Heute sollen die grünen Wände vor allem neugierige Blicke der Nachbarn und Passanten abhalten, aber auch ihr ursprünglicher Zweck kann von Nutzen sein: Zum Schutz vor Einbrechern. „Wenn die Hecke gar eine Schutzfunktion gegen böse Buben haben soll, dann nimmt man etwas Dorniges, das man dann immer mal wieder kräftig beschneidet“, erklärt Hofmann.

Er rät: „Die ersten drei, vier, fünf Jahre muss man dann immer wieder sehr kräftig einkürzen, damit die Pflanze ordentlich verzweigt.“ Denn je dichter so eine Hecke ist, umso besser ist der Schutz natürlich. Dafür eignet sich zum Beispiel der Weißdorn, der eine undurchdringliche Wand bilden kann.

Quelle: dpa