Tyson Fury
Foto: Bradley Collyer/PA Wire/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Tyson Fury ist zum zweiten Mal Box-Weltmeister im Schwergewicht. Der 31-jährige Brite bezwang am Samstag (Ortszeit) in der MGM Grand Garden Arena in Las Vegas den amerikanischen Titelverteidiger Deontay Wilder in der siebten Runde durch technischen K.o. und sicherte sich den Weltmeistergürtel der WBC.

Für Wilder war es im 43. Kampf als Profiboxer die erste Niederlage überhaupt. Fury, der 2015 Wladimir Klitschko entthront hatte, blieb auch im 31. Kampf seiner Karriere ohne Niederlage. Bereits im Dezember 2018 waren Fury und Wilder aufeinandergetroffen. Damals endete der Kampf unentschieden.

Nach dem Sieg stimmte Spaßvogel Fury im Ring einen Song an. Er performte mit der gesamten Halle den Song „American Pie“ von Don McLean aus dem Jahre 1971. Popstar Madonna hatte den Song 2000 gecovert.

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Gegner Wilder musste indes schwer gezeichnet in ein Krankenhaus zur Untersuchung gebracht werden.

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Der König ist auf den Thron zurückgekehrt“, sagte Fury, fand aber auch lobende Worte für den unterlegenen Wilder. „Er hat das Herz eines Champions gezeigt. Er ist ein Krieger, er wird wiederkommen, er wird wieder Weltmeister werden“, sagte er über Wilder, der im 44. Kampf seine erste Niederlage erlitt. „Der beste Mann hat heute gewonnen. Meine Ecke hat das Handtuch geworfen, aber ich war bereit, weiter zu kämpfen“, sagte der 34 Jahre alte „Bronze Bomber“.

Deontay Wilder - Tyson Fury
Deontay Wilder wankt und fällt, Tyson Fury gewinnt. Foto: Bradley Collyer/PA Wire/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Wie geht es jetzt weiter im Schwergewicht? Das ist noch nicht ganz klar. Fury hat zwei Optionen. Entweder kommt es zu einer dritten Auflage gegen Wilder, der erste Kampf endete im Dezember 2018 mit einem Remis.

Oder Fury darf sich auf einen Mega-Fight gegen seinen britischen Landsmann Anthony Joshua freuen, der die Titel der anderen drei wichtigen Verbände im Schwergewicht (IBF, WBO und WBA) hält, nachdem er zuletzt Andy Ruiz besiegt hatte.

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Nach einem protzigen Walk-in, bei dem sich der als König verkleidete Fury auf einem Thron zum Ring tragen ließ, zeigte der 31-Jährige auch im Ring royale Extraklasse. In der dritten Runde traf Fury Wilder mit der Linken am Ohr, schickte ihn mit der folgenden Rechten das erste Mal auf die Bretter. Die Kombination war der Anfang vom Ende. Wilder fing sich nie, schwankte teilweise nur durch den Ring und ging in der fünften Runde erneut zu Boden.

Doch das Handtuch aus der Wilder-Ecke flog erst nach 1:37 Minuten in der siebten Runde. Es wurde höchste Zeit, selbst wenn Wilder das anders sah. „Der Bessere hat gewonnen, da gibt es keine Ausrede“, sagte der 34-Jährige. „Ich hätte mir nur gewünscht, dass meine Ecke das Handtuch nicht geworfen und mich den Kampf hätte zu Ende bringen lassen. Ich bin ein Krieger.“

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Nach Furys 30. Sieg (davon 21 durch K.o.) stellt sich in der Boxszene nur eine Frage: Was nun? Der „Gypsy King“ hat zwei Optionen. Ein drittes Duell mit Wilder oder ein spektakulärer Vereinigungskampf mit Anthony Joshua. Sein britischer Landsmann hält die Gürtel der Verbände WBA, WBO und IBF, die Fury einst in seiner von Depressionen, Drogen und Dopingsperre geprägten dunklen Zeit hatte abgeben müssen.

„Wir sollten sofort AJ gegen Fury fixieren. Das könnte unsere Chance sein, einen unumstrittenen Champion zu haben“, ließ Joshua-Promoter Eddie Hearn verlauten. Der umtriebige Manager wittert das ganz große Geld, macht die Rechnung aber wohl ohne Fury. Denn sein Kontostand ist ihm längst egal. „Mehr Geld heißt nur mehr Probleme“, sagte Fury.

Der ungeschlagene Champion setzt vielmehr auf die Trilogie gegen Wilder. „Ich hoffe, es gibt einen Rückkampf. Ich werde da sein“, betonte Fury. Vertraglich ist fixiert, dass Wilder die Option auf einen weiteren Kampf innerhalb von 30 Tagen ziehen und die Fury-Seite zustimmen muss. Es dürfte wieder ein Spektakel werden.

Quelle: mit Agenturmaterial von dpa