Lil Nas X
Foto: Jordan Strauss/Invision/AP/dpa

Mit einer in limitierter Auflage herausgegebenen Edition „satanischer“ Sneaker hat der US-Rapper Lil Nas X ein Gerichtsverfahren heraufbeschworen und zugleich konservative Kreise erregt.

Die Turnschuhe, ein Redesign des Air Max 97 von Nike, wurden am Montag in einer Auflage von 666 Exemplaren vom Kunstkollektiv MSCHF im Internet zum Verkauf angeboten. Laut MSCHF wurden die „Satan-Schuhe“ mit einem Pentagramm und einem umgedrehten Kreuz ausgestattet und enthalten jeweils einen Tropfen menschlichen Bluts, das von Mitgliedern des MSCHF-Teams stammen soll.

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Die Sneaker waren trotz ihres hohen Preises (1018 US-Dollar, umgerechnet rund 864 Euro) innerhalb einer Minute ausverkauft. Der Preis war eine Anlehnung an den Bibelvers, auf den auf dem Schuh verwiesen wird (Lukas 10:18: „Ich sah Satan wie einen Blitz vom Himmel fallen“).

Nike verklagt MSCHF wegen „Lil Nas X Satan Shoes“

Nike zeigte sich hingegen wenig begeistert und hat MSCHF laut einem Medienbericht wegen Markenrechtsverletzung vor einem Bundesgericht in Brooklyn verklagt. „Die ‚Satan-Schuhe‘ wurden ohne das Einverständnis von Nike und seine Genehmigung hergestellt“, erklärte der weltgrößte Sportartikelhersteller. Der Schuh habe bereits „erheblichen Schaden für [Nikes] Firmenwert verursacht. Nike habe mit „diesem Projekt nichts zu tun“.

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Die republikanische Senatorin des US-Bundesstaats South Dakota, Kristi Noem, erzürnte sich über den Internet-Verkauf. „Wir kämpfen alle für die Rettung der Seele unserer Nation“, twitterte sie. „Wir müssen diesen Kampf verbissen und intelligent fortsetzen. Wir müssen gewinnen.“

Lil Nas X hatte zuletzt ein Video auf YouTube gestellt, auf dem es so wirkte, als wolle er sich entschuldigen. Danach schwenkte das Video auf seinen Clip „Montero (Call Me by Your Name)“:

Youtube

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Der Verkauf der Schuhe soll im Zusammenhang mit ebendiesem neuen Song des 21 Jahre alten Rappers stehen, auf dem unter anderem zu sehen ist, wie er auf den Schenkeln des Teufels einen lasziven Tanz aufführt.

Übrigens: MSCHF hatte auch schon einmal „Jesusschuhe“ in sein Verkaufsprogramm aufgenommen. Damals klagte Nike nicht.

Quelle: dpa/AFP