Till Lindemann im Video zu
Foto: Vladimir Sokolov/Sokolov/dpa

Rammstein-Sänger Till Lindemann (58) ist auch solo weiter auf Erfolgskurs. Das Video zu „Ich hasse Kinder“ knackte am Mittwoch nur einen Tag nach Veröffentlichung die Marke von zwei Millionen Views bei YouTube.

Die Fan-Gemeinde von Lindemann und Rammstein feierte den Song auf Social-Media-Kanälen als Rückkehr zu alter Härte. Größere Aufregung um die Gewaltszenen im Video oder Textpassagen wie „Hier kommt die Frage aller Fragen, kann und muss man Kinder schlagen?“ blieb zunächst weitgehend aus.

Lindemann lässt das Video im Moskau des Jahres 1989 spielen. Der zeitliche Rahmen, Mord- und Verstümmelungsszenen im Video sowie Sequenzen mit Schulkindern und Verhörsituationen wurden auch als Hinweise auf Andrej Tschikatilo (1936-94) interpretiert, der lange Zeit als schlimmster Serienmörder der russischen Geschichte galt und zu sowjetischen Zeiten mindestens 53 Menschen ermordete.

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Der Rammstein-Sänger bewegt sich musikalisch gern auch abseits der Berliner Band, die mit weltweiter Fangemeinde als Deutschlands international erfolgreichster Musikexport gilt. Für diesen Sommer war ein Solo-Auftritt von Lindemann beim Wacken-Festival angekündigt, das aber pandemiebedingt abgesagt wurde.

„Ich arbeite sonst mit fünf Leuten zusammen, da driften die Meinungen schon mal auseinander“, sagte Lindemann der dpa während seiner Arbeit mit dem schwedischen Multiinstrumentalisten Peter Tägtgren. Bei Rammstein gebe es „immer eine Menge Diskussionen und Kämpfe, in welche Richtung es weitergehen soll, über die Themen, um so ziemlich alles.“

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Die Zusammenarbeit mit Tägtgren unter dem Namen Lindemann ist inzwischen beendet. Das Ende Mai erschienene Live-Album der beiden vom Konzert im März 2020 in Moskau landete direkt auf Platz zwei der Charts.

Bringen Rammstein und Till Lindemann ein neues Album?

Lindemann hat zuletzt mit dem Geiger David Garrett den alten Schlager „Alle Tage ist kein Sonntag“ eingespielt. Für den Film „Devyataye“ sang er russisch den Klassiker „Lubimiy Gorod“ („Geliebte Stadt“). Deswegen wird nach „Ich hasse Kinder“ nun über eine LP Lindemanns spekuliert.

Von Rammstein wird nach der coronabedingten Unterbrechung der Stadiontour ein achtes Studio-Album erwartet. Im Oktober waren Fotos von Rammstein im Studio „La Fabrique“ im französischen Saint-Rémy-de-Provence zu sehen.

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Den zweiten Teil der erfolgreichen Europa-Tour musste die Band erneut schieben. Auftakt in Deutschland ist für Leipzig nun am 20. und 21. Mai 2022 geplant. Daneben sind Konzerte vorgesehen in Berlin (4./5.6.2022), Stuttgart (10./11.6.), Hamburg (14./15.6.), Düsseldorf (18./19.6.). Insgesamt hat die Band mehr als 30 Konzerte in Europa angesetzt.

Beim ersten Teil der Tour besuchten 2019 mehr als eine Million Fans die 30 Shows mit viel Feuer und imposanten Lichteffekten, davon zehn Auftritte in Deutschland. Allein ins Moskauer Central Dynamo Stadion kamen gut 80.000 Menschen.

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Quelle: dpa