Muezzin-Rufe in Köln: Ehrenfelder Zentralmoschee stellt Antrag

Ehrenfelder sollten sich nicht wundern, wenn freitags bald ein lautes "Alahu akbar" durchs Veedel hallt. Die Moschee stellt einen Antrag.
moschee
Die Zentralmoschee in Ehrenfeld Foto: Oliver Berg/dpa

Die Türkisch Islamische Union Ditib will für die Kölner Zentralmoschee im Stadtteil Ehrenfeld die Genehmigung von Muezzin-Rufen beantragen. Die Gemeinde habe die Stadt kontaktiert und die Antragsformulare angefordert, sagte der Direktor des Moscheeforums, Murat Sahinarslan, dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ (Donnerstag). „Inzwischen sind die Anträge bearbeitet – noch in dieser Woche wollen wir sie einreichen.“

Köln erlaubt Moscheen Muezzin-Rufe „Alahu akbar“

Die Stadt hatte Anfang Oktober erklärt, dass Moscheegemeinden auf Antrag und unter bestimmten Auflagen künftig ihre Gläubigen zum mittäglichen Freitagsgebet rufen dürften. Der Gebetsruf darf den Angaben nach höchstens fünf Minuten dauern und eine bestimmte Lautstärke nicht überschreiten. Das Modellprojekt ist zunächst auf zwei Jahre befristet. Bislang hat nach Angaben einer Stadt-Sprecherin erst eine Moscheegemeinde einen Antrag gestellt und zwar aus diesem Stadtteil.

„Dass der Gebetsruf jetzt nun auch in Köln möglich ist, ist ein Zeichen dafür, dass die Gesellschaft pluraler und vielfältiger geworden ist“, sagte Sahinarslan. Mit den anderen Kölner Moscheegemeinden sei er im Gespräch. Jede Gemeinde entscheide für sich, ob sie einen Gebetsruf beantrage.

dpa