Panama Open Air 2023 knackt Besucherrekord – Veranstalter reagiert auf Kritik

Das Panama Open Air 2023 zog am Wochenende so viele Besucher wie noch nie nach Bonn. Trotzdem hagelte es hier und da Kritik. Das sagen die Veranstalter.
Das Festival Panama Open Air in Bonn zählt 2023 Besucherrekord. Foto: BDX Media
Das Festival Panama Open Air in Bonn zählt 2023 Besucherrekord. Foto: BDX Media

Das Panama Open Air (POA) in Bonn zog am Wochenende wieder Tausende Musikfans in die Rheinaue. Auf dem Gelände pilgerten am Freitag und Samstag 50.000 Besucher, die sich allesamt auf Künstler wie Marteria, Zsà Zsà und Cascada und DJ-Größen wie Skrillex und Martin Garrix gefreut haben.

Panama Open Air 2023 in Bonn knackt Besucherrekord

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Ein Mix aus Elektro, Pop, Urban und Indie zog das Panama Open Air am Wochenende tausende Fans an. Tickets für den einst illegalen Rave, der sich innerhalb der letzten zehn Jahren auch außerhalb Deutschlands einen Namen gemacht haben soll, waren bereits Wochen zuvor weitestgehend ausverkauft. „Panama ist ein Ort für Emotionen und Abenteuer. Bonn kann jetzt schon gespannt sein, was wir nächstes Jahr hier veranstalten werden“ blickt Janina Jansen, CEO des Veranstalters CRAVE, auf das Wochenende zurück.

Geboten wurden in diesem Jahr vier Bühnen, Entspannungsbereiche mit Hängematten, Sitzsäcken und ein Weingarten. Besonders beliebt bei den weiblichen Besuchern war wohl die Kreativ-Station, an der man seinen eigenen Schmuck kreieren und sich direkt gegenüber die Haare schön machen lassen konnte. Für Adrenalindurstige gab es eine Mini-Stage mit Karaoke und eine Sport-Station.

Headliner und US-Rapper Wiz Khalifa hatte zuvor abgesagt

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Los ging es am Freitag mit DJ Charlie Sparks, der Sängerin Esther Graf und Deutschrapper SSIO, der den krankheitsbedingten Ausfall von US-Rapper Wiz Khalifa spontan übernahm. Khalifa hatte sich an der Hüfte verletzt und konnte so nicht nach Deutschland fliegen, hieß es in einer Stellungnahme des Festivals auf Instagram einen Tag zuvor. Weiter ausgefüllt wurde die kurzfristig freigewordene Bühnenbesetzung durch DJ Martin Garrix, der seinen Auftritt kurzerhand von eine auf zwei Stunden verlängerte. Er beendete den ersten Abend mit einer imposanten Pyro-Show.

Am Samstag brachten das Berliner DJ-Duo YouNotUs, Cascada und Rap-Star Marteria die Menge zum Toben. Den Abschluss des Festival-Wochenendes lieferten das australische Alternative-Dance-Trio Rüfüs Du Sol mit ihrer einzigen 2023-Show in Deutschland und Star-DJ Skrillex.

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Kritik wegen Toiletten- und Bezahlsystem häufen sich auf Instagram

Nach dem Festival lassen auch Besucher das Erlebte revuepassieren. Auf dem Instagram-Account des POA ist zu beobachten, dass kritischen Kommentare immer lauter werden. Vor allem die Toilettensituation sei „katastrophal“ gewesen: „Zu wenig“, „zu unhygienisch“ und nach Problemen mit dem Wasserdruck teilweise sogar gesperrt, heißt es. Hingegen sei es bei den VIP-Toiletten ruhig zu gegangen, doch diese wurden trotz des großen Andrangs an den öffentlichen WCs weiterhiin nur für Besucher mit speziellem Bändchen zur Verfügung gestellt. Wie der „GA“ berichtet, liege das Festival mit 362 frei zugänglichen Wassertoiletten sogar über den gesetzlichen Vorgaben.

Außerdem soll am Samstagabend für mehrere Stunden kein Getränkeverkauf möglich gewesen sein, da es Probleme mit dem Bezahlsystem gegeben habe. Dieser funktionierte bargeldlos und ausschließlich über mobile EC-Kartenlesegeräte. „Wenn man ein bargeldloses Festival plant, sollte auch die Infrastruktur darauf ausgelegt sein“, findet ein Nutzer. „Immerhin hat die Produktion bei den Bühnen überzeugt“, fügt ein Festivalgänger unter dem Instagram-Post hinzu, der seinem Ärger in der Kommentarspalte Luft machte. Viele seien vor allem für Mainacts wie Marteria und Skrillex gekommen. Von ähnlichen Problemen sei auch in den Kommentaren unter dem Post aus dem Vorjahr zu lesen.

Panama Open Air verärgert Festivalbesucher: Veranstalter reagiert auf Kritik

Noch in der Nacht nach Festivalende ernteten die Veranstalter auf dem POA-Instagram-Account heftige Kritik. Am Sonntagabend (2. Juli) richten sich die Macher direkt an seine Fans.

„[…] trotz dieser Euphorie sind wir uns der Mängel und gewichtigen Herausforderungen, die auftraten, bewusst. Diese erfordern unsere Aufmerksamkeit und Reflektion. Uns ist bewusst, dass der Zustand der Toiletten weit unter unseren gemeinsamen Erwartungen lag. Wir verstehen die Bedeutung einer sauberen und komfortablen Toiletten-Erfahrung und verpflichten uns voll und ganz, diese Angelegenheit zu beheben. Niemand sollte eine minderwertige Erfahrung mit diesen wichtigen Einrichtungen haben.“ Fürs nächste Jahr sind Dixis als Ersatz für Wassertoiletten angekündigt.

Auch das Thema Bezahlsystem wird angesprochen: „Des Weiteren versprechen wir, einen vollkommen neuen Zahlungsansatz vorzustellen, der dafür sorgen wird, dass Essen und Getränke schneller als je zuvor in euren Händen landen.“ Die Adressierten reagieren teils verständnisvoll „Danke für das Statement“, „Wichtiges Statement, Fehler gesehen und nächstes Jahr wird es dementsprechend bestimmt wieder besser!“, teils scheint die Unzufriedenheit allerdings noch nicht gestillt.

Klar ist: Superstars wie Skrillex, Rüfüs du Sol und Martin Garrix zog es nicht alle Tage nach Bonn – wenn überhaupt jemals. Das Festival hat etwas auf die Beine gestellt, was die ehemalige Bundeshauptstadt noch nicht zu sehen bekommen hat. Im nächsten Jahr wird das Panama Open Air wieder Ende Juni in der Rheinaue stattfinden.