„The Mosquito“: Werden junge Randalierer in Düsseldorf bald von Störgeräuschen vertrieben?

Kommen in der Düsseldorfer Altstadt bald Störgeräusche zum Einsatz, um randalierende Jugendliche zu vertreiben? Die Stadt lässt aktuell den Einsatz von „The Mosquito“ prüfen.
Altstadt Düsseldorf Polizei
Polizisten im Dienst patrouillieren nach Mitternacht in der Düsseldorfer Altstadt zwischen Feiernden. Foto: Henning Kaiser/dpa
Altstadt Düsseldorf Polizei
Polizisten im Dienst patrouillieren nach Mitternacht in der Düsseldorfer Altstadt zwischen Feiernden. Foto: Henning Kaiser/dpa

Im Rahmen des Projekts „Sicherheit in der Innenstadt“ soll der Einsatz von „The Mosquito“, einem grauen Kasten, der Störgeräusche sendet, nun geprüft werden. Das teilte die Stadt Düsseldorf mit. Das Piepsen soll Jugendliche und junge Erwachsene aus bestimmten Arealen der Innenstadt vertreiben, um für mehr Ruhe zu sorgen.

„The Mosquito“ sendet hohe Töne zwischen 17 und 18,5 Kilohertz ab, die nur Personen bis zu einem Alter von 25 Jahren hören können. Wegen des altersbedingten Hörverlustes nehmen ältere Menschen das unangenehme Piepsen nicht mehr wahr.

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„The Mosquito“: Stadt Düsseldorf prüft den Einsatz

Sollte es zum Einsatz der grauen Kästen kommen, plane die Stadt Düsseldorf die „Mosquitos“ in der Altstadt aufzuhängen, damit Anwohner des Ausgehviertels nicht mehr durch Lärm kreischender und pöbelnder junger Leute belästigt werden.

Allerdings ist die Idee äußerst umstritten. Denn auch junge Mitarbeiter, etwa in der Gastronomie der Altstadt, müssten den extrem hohen Piepton dann ständig ertragen – genau wie Anwohner unter 25 Jahren.

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„Alle Jugendlichen, die einen Abend friedlich am Rheinufer verbringen, würden in eine kriminelle Ecke gedrängt“, erklärt Erik Stephan vom Jugendrat im Gespräch mit der „Rheinischen Post“. “ Zudem würde das nur zu Verdrängung in andere Stadtteile und Wohngebiete führen, vermutete der 20-Jährige.

„The Mosquito“: Sind die Störgeräusche gesundheitsschädlich?

Und: Die Unschädlichkeit der Geräte ist ebenfalls stark umstritten. Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin in Dortmund hat das Gerät getestet und laut der „RP“ in einem Gutachten geschrieben, „dass eine gesundheitliche Schädigung des Hörvermögens nicht gänzlich ausgeschlossen werden kann“. Störungen des Gleichgewichtssinns seien bekannt. Außerdem sind demnach Schwindel und Kopfschmerzen möglich. Verboten sind die Geräte allerdings nicht. Am Donnerstag, 19. Mai, soll über das Thema in der Stadtratssitzung weiter diskutiert werden.