Bundesweit einzigartig: Düsseldorf eröffnet Notunterkunft für obdachlose Frauen

Am Düsseldorfer Hauptbahnhof ist auf sieben Etagen eine neue Obdachlosenunterkunft nur für Frauen entstanden. Das Projekt ist deutschlandweit einzigartig.
Foto: Shutterstock/Michael715
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Am Düsseldorfer Hauptbahnhof eröffnet die Stadt Düsseldorf am 15. Januar ein Haus für obdachlose Frauen. Das Haus soll rund um die Uhr Schutz und Privatsphäre bieten. Es beinhaltet eine Notschlafstelle, eine kommunale Unterbringung und eine Tagesstätte, verteilt auf insgesamt sieben Etagen. Alles in allem bietet das Areal 62 Plätze.

Ein Projekt, was es so wohl in Deutschland noch nicht gibt und bislang auch nicht gegeben hat, wie die Amtsleiterin Miriam Koch der „Rheinischen Post“ erklärt. Von großem Vorteil war bei der Sanierung des Gebäudes, dass das Haus bereits ein Hotel war. Dementsprechend ist bereits jedes Zimmer beispielsweise mit einem eigenen Bad ausgestattet.

Dabei war der Plan zunächst, erneut ein Hotel zu eröffnen. Das zumindest erklärt der Immobilienunternehmer Filifoz Anter. Nachdem er jedoch mitbekommen habe, dass die Stadt eine Immobilie für die Unterbringung von obdachlosen Frauen suche, habe er seine Unterkunft angeboten. Denn sein Unternehmen habe bereits in der Vergangenheit derlei Projekte umgesetzt. „Ich bin jetzt unheimlich froh, dass wir uns hier engagieren können“, so Anter.

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Stadt Düsseldorf mietet Unterkunft für 15 Jahre

Betrieben wird die Tagesstätte, die Notfallschlafstelle und die Unterbringung von der Diakonie. Ein Umstand, der auch Miriam Koch begeistert. Bei 1300 Menschen, die in kommunalen Obdächern in Düsseldorf untergebracht sind, verständlich. Denn diese können jede Hilfe gebrauchen. 250 Frauen seien darunter, die tatsächliche Zahl wird aufgrund der Corona-Pandemie allerdings noch höher geschätzt: Das Land NRW vermutet, dass rund ein Drittel aller Obdachlosen Frauen sind.

Das Haus an der Friedrich-Ebert-Straße soll schutzbedürftigen Frauen rund um die Uhr, 365 Tage im Jahr zur Verfügung stehen, heißt es weiter. Die Miete kostet die Stadt im Jahr 700.000 Euro, die Betriebs- und Nebenkosten sollen bei 170.000 Euro jährlich liegen. Nach der erfolgreichen Sanierung hat die Stadt das Haus für die kommenden 15 Jahre angemietet.