Öl-Krise in Düsseldorf angekommen – kommt jetzt das große Gastro-Sterben?

Nicht nur die gestiegenen Energiepreise, auch die Lebensmittelpreise machen den Gastronomen in Düsseldorf aktuell schwer zu schaffen.
Brauhof Düsseldorf
Der Brauhof in Düsseldorf Derendorf. Foto: Tonight News
Der Brauhof in Düsseldorf Derendorf. Foto: Tonight News

Die Gastronomen in Düsseldorf bekommen aktuell die volle Breitseite der gestiegenen Energiekosten und Rohstoff- sowie Lebensmittelpreise zu spüren. Kein Wunder, wenn über Stunden der Drehspieß, die Fritteuse oder der Ofen laufen. Doch zu den Energiekosten kommen nun auch noch Rationalisierungen sowie Preissprünge bei den Lebensmitteln.

So erklärte der Inhaber der italienischen Pizzeria Etna im Düsseldorfer Stadtteil Derendorf beispielsweise, dass er aktuell große Probleme hat. Denn sowohl Öl, als auch Mehl werden inzwischen rationalisiert. Beides aber ist essentiell für den gebürtigen Sizilianer, wenn er Teig für seine Pizzen herstellen möchte. „Anstelle zehn Liter Öl bekomme ich nur noch ein bis zwei Liter. Und Mehl habe ich vorher palettenweise bestellt. Mehr als 60 Kilogramm darf ich aktuell nicht mehr ordern“, so der Pizzabäcker.

Auch andere Restaurants und Imbisse sprechen von großen Problemen und sehen diese vor allem auch noch auf sich zukommen. Der Inhaber des türkischen Restaurants „Bal Bal“ klagt ebenfalls über die steigenden Preise auf allen Sektoren. Ebenso die beiden Dönerbuden „Palace of Döner“ und „Haus des Döners“. Beide wissen noch nicht so recht, wie sie mit den steigenden Preisen umgehen sollen, sehen aber auch keine wirkliche Alternative zu möglichen Preisanhebungen ihrer Produkte. Ob Öl, Brot, Tomaten – die Preise sind völlig irrational in die Höhe gestiegen.

Mit Speiseöl wird richtig Kasse gemacht

„Wir haben uns ordentlich eingedeckt und vorbestellt. Aber mussten dafür auch schon draufzahlen“, klagt etwa der Besitzer vom „Haus des Döners“. Zum 1. April sollen die Preise dann steigen. Ähnlich sieht das auch der Besitzer des „Palace of Döner“. Auch dort sollen die Preise angezogen werden.

Am drastischsten formuliert Janusch Koper, Besitzer vom „Brauhof“, die Situation. „Es gibt kein Öl mehr zu kaufen. Wir suchen nur noch Öl.“ Dabei zeigt er ein Bild auf seinem Handy, welches bei einem Großhändler aufgenommen wurde. Dort werden zehn Liter Speiseöl für den Fabelpreis von 49,99 Euro angeboten. Zum Vergleich: Vor der Krise bezahlte man für die gleiche Menge keine 20 Euro.

Ähnliches berichtet auch Ralph Schlukat vom Hähnchen-Grill „Poularde“. „Die Preise sind rapide nach oben gegangen. Wir versuchen es, so lange wie es geht, die Preise stabil zu halten. Bis zu den Sommerferien dürfte es klappen, dann müssen wir schauen, wie es sich entwickelt.“ Auch er berichtet von Preisen für Speiseöl, die jenseits von Gut und Böse liegen. „Da darf man nicht mehr drüber nachdenken.“

Letztlich werden dafür auch wieder die Kunden zur Kasse gebeten, was man den Gastronomen keinesfalls vorwerfen kann. Die Zeche aber zahlen am Ende dennoch erneut die Verbraucher. Im schlimmsten Fall bleiben den Restaurants die Kunden weg und so entsteht eine Spirale, die unweigerlich zum Tod der Gaststätten führt.

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