Kriminalstatistik der Polizei Düsseldorf: Cyberkriminalität und häusliche Gewalt auf dem Vormarsch

Die Polizei Düsseldorf hat die Kriminalstatistik für 2021 vorgestellt. Insgesamt gab es 57.232 Delikte, viele verlagern sich ins Internet.
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Die Cyberkriminalität nimmt immer weiter zu. Foto: Shutterstock.com / PabloLagarto
Die Cyberkriminalität nimmt immer weiter zu. Foto: Shutterstock.com / PabloLagarto

Insgesamt 57.232?Delikte hat die Polizei Düsseldorf im Jahr 2021 registriert: ein Minus von acht Prozent zum Vorjahr. Dies haben die Behörden in einer offiziellen Kriminalstatistik bekannt gegeben. Die Zahlen verraten, welche Delikte gerade besonders im Trend liegen – und welche zum Glück immer weniger werden.

Eigentlich ist es ein Grund, die Sektkorken knallen zu lassen: Seit Beginn der Aufzeichnungen der Delikt-Zahlen vor 20 Jahren war der Wert der registrierten Straftaten noch nie so niedrig wie 2021 – ein historisches Tief. Dennoch wollen sich Polizeipräsident Norbert Wesseler und der Leiter der Direktion Kriminalität, Frank Kubicki, nicht auf den guten Zahlen ausruhen, die im Großteil sicher auch auf die Corona-Pandemie und deren Umstände zurückzuführen sind.

Ein Beispiel: Da immer mehr Leute den ganzen Tag daheim sind, ist die Anzahl an Wohnungseinbruchdiebstählen um stolze 42 Prozent gesunken – 771 Fälle stehen 1327 Fällen im Vorjahr gegenüber. Auch die bauliche Prävention soll laut dem Polizeibericht deutlichen Einfluss auf die Zahlen haben – ebenso wie die verringerte Mobilität der Täter selbst. Der Rückgang weiterer Verbrechen wie Ladendiebstahl (25 Prozent weniger) und Taschendiebstahl (31 Prozent weniger) lässt sich ebenfalls direkt mit der Corona-Pandemie in Verbindung bringen.

Weiterhin auf einem Level bleibt übrigens die Aufklärungsquote: 49 Prozent aller Fälle konnten zu einem Ende gebracht werden. Im Vorjahr war die Zahl mit 50,3 Prozent nur unwesentlich höher.

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Immer öfter registriert: Sexualstraftaten – auch gegen Kinder

Bereits Mitte 2021 hatte das Bundeskriminalamt einen massiven Anstieg der Zahlen zu Gewalt an Kindern bestätigt. Auch in Düsseldorf machen die Zahlen für 2021 nun Sorgen, müssen aber im Kontext gesehen werden: Die Fälle des sexuellen Missbrauchs von Kindern stiegen 2021 um fast 40 Prozent auf 130 Fälle, Delikte mit Bezug auf Kinderpornographie um 182 Prozent auf 268 Fälle.

Obwohl jeder Fall einer zu viel ist, dürfte in diesem Fall die Errichtung des neuen „Kriminalkommissariats 17“ auch ein Grund für die hohen Zahlen sein: Die Truppe war extrem fleißig und konnte jede Menge Täter und Täterinnen festnehmen. Vorher war dieser präzise Fokus nicht möglich. Es gibt also nicht automatisch mehr Straftaten, sie werden nur häufiger festgestellt und auch angeklagt. Diese erfreuliche Sensibilisierung der Bevölkerung beobachten die Beamten bereits seit längerer Zeit im Feld der Sexualstraftaten.

Sorgenkind „Cyberkriminalität“

Immer mehr Kriminelle verzichten mittlerweile auf das harte Straßen-Leben und konzentrieren sich lieber auf den virtuellen Raum: Alleine die Fallzahlen beim Waren- und Kreditbetrug stiegen um 26,5 Prozent, beim Computerbetrug gar um 29,1 Prozent.

„Die pandemiebedingten Einschränkungen des öffentlichen Lebens haben das Einsatz- und Kriminalitätsgeschehen in Düsseldorf merklich beeinflusst und in vielen Deliktsbereichen für Rückgänge gesorgt. Dass viele Täter verstärkt online und von zuhause agieren, müssen wir weiterhin fest im Blick behalten“, bilanzierte Polizeipräsident Norbert Wesseler die Kriminalitätsentwicklung in der Landeshauptstadt für das Jahr 2021.

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Die weiteren Zahlen der Kriminalstatistik Düsseldorf auf einen Blick:

  • Bei den Kapitaldelikten wurden eine Tat als Mord (Vorjahr: 6) und 15 als Totschlag (Vorjahr: 14) registriert.
  • Die Straßenkriminalität ist um 11,5 Prozent gesunken (13.995 Fälle).
  • Die Gewaltkriminalität (u. a. Mord, Totschlag, Vergewaltigung, Raub, Erpressung, Körperverletzung) ist um 12,24 Prozent zurückgegangen (2.057 Fälle).
  • Fahrraddiebstähle gingen um 16,3 Prozent zurück (3040 Fälle).
  • Diebstähle an und aus Kraftfahrzeugen stiegen um 7 Prozent auf insgesamt 3.494 Fälle.
  • 189 Kraftfahrzeuge wurden insgesamt komplett entwendet. Das entspricht einem Rückgang von 34 Prozent (Vorjahr: 288).