Nachtverkehr am Düsseldorfer Flughafen – Zahl der Sondergenehmigungen explodiert

Viele Ausnahmegenehmigungen mit späten Starts und Landungen – und das auf dem Nacken der Anwohner um den Flughafen Düsseldorf.
Flughafen Düsseldorf Flugzeug Start
Ein Flugzeug startet vom Flughafen Düsseldorf. Foto: Shutterstock/Rene Hausotte
Flughafen Düsseldorf Flugzeug Start
Ein Flugzeug startet vom Flughafen Düsseldorf. Foto: Shutterstock/Rene Hausotte

In den vergangenen Wochen und Monaten hat das Chaos an den NRW-Flughäfen dominiert. Besonders an den Flughafen Düsseldorf und Köln/Bonn gab es allerlei Probleme. Diese Zustände haben auch dafür gesorgt, dass in Düsseldorf immer wieder Flüge am späten Abend starten durften – eine Situation, mit der wahrlich nicht jeder zufrieden ist.

Es gab mehrere Gemengelagen, die seit Frühjahr für Frust rund um die NRW-Flughäfen gesorgt haben. Allem voran sind da natürlich die viele Ausfälle und Verspätungen sowie die langen Schlangen an den Sicherheitschecks zu nennen. Ein Thema, das da etwas unterging, aber dem ein oder anderen Anwohner in den Einflugschneisen aufgefallen sein dürfte: Es ist deutlich mehr los im abendlichen Flugverkehr.

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Das belegen auch die Zahlen, die der Flughafen Düsseldorf im eigenen Nachtflugreport veröffentlicht hat. Demnach habe es im Zeitraum von Mai bis Juli 2022 152 Starts ab Düsseldorf nach 22 Uhr gegeben. Im Zeitraum der drei Monate davor, von Februar bis April, waren es zusammengerechnet gerade einmal 22.

Flughafen Düsseldorf: Ausnahmegenehmigungen sorgen für Flugverkehr in der Nacht

In dem nächtlichen Zeitraum zwischen 0 bis 5 Uhr soll eigentlich am Düsseldorfer Flughafen Ruhe herrschen. So ist es notwendig, dass die Luftaufsichtsbehörde der Bezirksregierung in Düsseldorf eine Ausnahmegenehmigung ausstellt, um Starts und Landen in dieser Zeit zu erlauben. Davon wurde im Juli 2022 allein 33-mal Gebrauch gemacht, seit Mai 2022 in 61 Fällen. Zum Vergleich: Zuvor kam es in einem halben Jahr (November ’21 bis April ’22) nur zu 25 Ausnahmegenehmigungen.

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Die Zahlen zeigen also, dass der Flugverkehr rund um Düsseldorf in den vergangenen Wochen geradezu nachtaktiv war. In einem Bericht der „Rheinischen Post“ bewiesen Bezirks- und Landesregierung zu der Nachtflug-Thematik Stellung. Dabei wird in erster Linie darauf verwiesen, dass die nächtlichen Aktivitäten aufgrund der chaotischen Zustände am Flughafen zu Stande gekommen seien. So seien die Entscheidungen getroffen worden, um weiteren Unmut bei den Passagieren gegenüber Airlines und Personal verhindern zu wollen.

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Die Landesregierung fügt dem hinzu, dass sie sich dem hohen Fluglärm in den Einflugschneisen des Düsseldorfer Flughafens in den vergangenen Jahren bewusst sei. Es werde daran gearbeitet, die Situation in Zukunft zu verbessern. Gerade im Sinne der Anwohner solle der Lärm künftig reduziert werden.

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