Online-Petition rief Bundestag auf den Plan: Mehrwertsteuer auf Tampons wird gesenkt

Eine Online-Petition mit weit über 50.000 Unterschriften sorgte dafür, dass sich der Bundestag mit der Mehrwertsteuer für Tampons befassen musste.
Tampon
Foto: Federico Gambarini/dpa

Dank einer Online-Petition mit weit über 50.000 Unterschriften musste sich der Bundestag mit der Mehrwertsteuer für Tampons befassen.

Lange galten Tampons und Binden nicht als alltäglicher Bedarf, was für die Steuer wichtig ist – obwohl kaum eine Frau ohne solche auskommt. Nun soll sich das ändern, auch wenn andere Länder hier schon bedeutend weiter sind.

Charlotte Roche, Palina Rojinski, Jan Böhmermann oder Lena Meyer-Landrut – die Liste prominenter Befürworter der Aktion ist lang. Hinzu kamen 190.000 weitere Menschen. Sie hatten Erfolg, denn seit dem Jahreswechsel fällt für Binden und Tampons in Deutschland weniger Mehrwertsteuer an.

Dieser Kampf, den Deutschland jetzt aufnimmt, wurde in anderen Ländern schon länger ausgetragen. In Großbritannien beispielsweise schämten sich Frauen und Mädchen lange Zeit für ihre Blutung. Und weil sie nicht genügend finanzielle Mittel für Binden oder Tampons hatten, wurde heimlich zu Socken, Klopapier oder Zeitungspapier gegriffen. Einige haben die Schule geschwänzt aus Angst vor einer peinlichen Situation.

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Zu den Vorreitern im Kampf gegen die „Perioden-Armut“ zählt heute Schottland. Um Schülerinnen und Studentinnen kostenlos Tampons und Binden zur Verfügung zu stellen, investierte die Regierung dort eine Million Pfund.

In Deutschland werden zum 1. Januar Menstruationsprodukte in den großen Drogerien etwas günstiger. So bietet dm beispielsweise eine kleine Packung seiner Mini-Tampons statt für 1,25 Euro nun für 1,05 Euro an. Kaufland, Budni und Rossmann machen ebenfalls mit. „Die vollständige Weitergabe des Steuervorteils ab 2020 ist für uns eine Selbstverständlichkeit“, teilt Kaufland-Einkäufer Yalcin Cem mit.

Die Steuervergünstigung gilt für wichtige Güter des täglichen Bedarfs. Die Periode sei kein Luxus, so die Argumentation der Befürworterinnen der Steuerreduzierung. Das Thema Periode müsse unverkrampfter angegangen werden, fordert Autorin Charlotte Roche: Sie müsse so normal sein wie das Naseputzen.