Africa Ebola Grab
Foto: AP/Jerome Delay

Im Kongo hat sich die Hoffnung auf ein bevorstehendes Ende des seit anderthalb Jahren andauernden Ausbruchs von Ebola womöglich zerschlagen. Er habe leider von einem neuen Ebolafall erfahren, gab der Direktor der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Tedros Adhanom Ghebreyesus, am Freitag in einer Videokonferenz bekannt. Doch nun kommen Zweifel an dem neuen Ebola-Fall auf, der unmittelbar vor der geplanten Verkündung des Endes des anderthalb Jahre dauernden Ausbruchs bekannt wurde.

Vorausgegangen seien 52 Tage, ohne dass ein neuer Fall bekannt geworden war. Die Regierung des Kongo bestätigte am Abend in einer Erklärung, das es sich bei dem Fall nach noch vorläufigen Erkenntnissen um einen 26-Jährigen aus Beni handelt. Ursprünglich sollte an diesem Sonntag das Ende des Ausbruchs verkündet werden.

Während ein Team mit Experten der Weltgesundheitsorganisation (WHO) unterwegs in die Beni-Region zur Untersuchung des Falles war, regte sich dort Widerspruch. Es gebe Sorge vor Spannungen in der Bevölkerung, erklärte der Leiter des örtlichen Zivilgesellschaft, Kizito Bin Hangi, am Samstag der Deutschen Presse-Agentur.

Manche Ärzte seien skeptisch, dass es nach einer fallfreien Serie von 51 Tagen einen Infizierten gegeben haben soll. Seine Organisation fordere eine Exhumierung der Leiche sowie die Entnahme von Proben für eine Analyse in regionalen Laboren. Zudem sollten die Kontaktpersonen des Betroffenen identifiziert werden.

Der Ausbruch der gefährlichen Krankheit – der bislang zehnte in dem zentralafrikanischen Riesenreich – wurde Anfang August 2018 erklärt. Seitdem sind der WHO zufolge mehr als 2200 Menschen gestorben. Der Ausbruch war besonders schwer in den Griff zu kriegen, weil in der Gegend etliche Milizen kämpfen.

Zudem herrschte in der Bevölkerung große Angst und Misstrauen gegenüber der Krankheit und den Ebola-Helfern. Der bislang folgenschwerste Ebola-Ausbruch war 2014/2015 in Westafrika, damals kamen gut 11.000 Menschen ums Leben.

Quelle: dpa