Foto: Vitalii Nesterchuk / shutterstock.com (Symbolfoto)
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Zufällig haben zwei Sondengänger in Baden-Württemberg einen großen Fund gemacht: Auf der Suche nach Munition sind sie auf einen wertvollen Silberschatz aus dem Mittelalter gestoßen und haben ihn anschließend offenbar unter sich aufgeteilt. Erst Monate nach dem Fund der zehntausend Münzen bei Ellwangen meldete einer der Sammler die Entdeckung dem Landesamt für Denkmalpflege.

Das teilten die Behörden am Mittwoch in Stuttgart und Ellwangen mit. Gegen die aus dem Ostalbkreis stammenden Schatzsucher im Alter von 22 und 28 Jahren wird nun wegen Unterschlagung ermittelt. Laut Staatsanwaltschaft und Polizei stießen sie im Sommer 2017 auf die Münzen, die aus aus dem 13. bis 14. Jahrhundert stammen sollen. Als einer der Sammler schließlich mit monatelanger Verspätung den Fund anzeigte, informierte das Landesamt für Denkmalpflege das Landeskriminalamt.

Nachdem sich die Angaben des Sammlers bei den Denkmalpflegern bestätigt hatten, fanden die Ermittler in der Wohnung des zweiten Beschuldigten weitere Münzen aus dem kostbaren Silberschatz. Nach Expertenmeinung waren die Männer auf einen der bisher größten Münzschätze des Spätmittelalters in Baden-Württemberg gestoßen und hatten damit einen archäologischen Fund von besonderer wissenschaftlicher Bedeutung gemacht.

Allerdings hätten sie die Behörden umgehend von ihrem Fund unterrichten müssen. Denn Kulturdenkmale von hervorragendem wissenschaftlichem Wert werden mit ihrer Entdeckung laut baden-württembergischen Denkmalschutzgesetz Eigentum des Landes. Zufallsfunde müssen binnen vier Werktagen bei der Denkmalschutzbehörde oder der Gemeinde angezeigt werden. Auch ist die gezielte Suche nach solchen Schätzen nicht gestattet.

Neben den Silbermünzen entdeckten Wissenschaftler in dem ungewöhnlich umfangreichen Fundmaterial auch Keramikfragmente sowie Reste von Textilien, die zur Verpackung des Münzschatzes gedient haben könnten. Auch ein Fingerring aus Bronze mit einem gefassten Stein wurde gefunden. Weitere Einzelheiten teilten die Behörden wegen der noch laufenden Ermittlungen zunächst nicht mit.

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