Bristol Statue Sklavenhändler
Foto: Ben Birchall/PA Wire/dpa

Demonstranten in Bristol haben am Sonntag die Statue eines Sklavenhändlers aus dem 17. Jahrhundert in den Hafen geworfen. Auf sozialen Medien veröffentlichten Videos jubelten Hunderte, wenn nicht Tausende, in der englischen Hafenstadt, als die Statue von Edward Colston mit Seilen vom Sockel geholt wurde.

Offenbar knieten dann einige Demonstranten rund acht Minuten auf dem Hals der Statue, so lange, wie ein weißer Polizist am 25. Mai in Minneapolis auf dem Hals des Afroamerikaners George Floyd gekniet hatte. Dann wurde die Staue in das Hafenbecken gerollt. Die Polizei teilte mit, sie ermittle wegen einer Sachbeschädigung.

Schaut euch hier Twitter-Videos der Aktion an:

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Hier nochmal der Moment, in dem die Statue zu Boden fällt:

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Colston wurde 1636 in eine reiche Händlerfamilie geboren und war in führender Position in der einzigen amtlichen Slavenhandelsfirma Englands in dieser Zeit, der Royal African Company, tätig. Bristol war ihr Hauptsitz. Die Firma transportierte Zehntausende Afrikaner über den Atlantik, meist zu Zuckerplantagen in der Karibik und der damals neuen Kolonie Virginia. Jedem Sklaven wurden die Initialen der Firma auf die Brust eingebrannt.

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Schon vor den neuerlichen Protesten in den USA gegen Polizeigewalt und Diskriminierung Schwarzer galt das Denkmal für den Sklavenhändler als Schandfleck in der heute liberalen Stadt. 11.000 Bürger unterzeichneten eine Petition mit der Forderung, es zu entfernen.

Der Fall von Colstons Statue endete an einem symbolischen Ort: Sie liegt nun nahe Pero’s Bridge im Wasser – einer Brücke, die nach einem versklavten Mann, Pero Jones, benannt ist, der im 18. Jahrhundert in Bristol lebte.

Quelle: dpa