Xavier Naidoo
Foto: Alexandra Wey/KEYSTONE/dpa

War alles nur PR? Xavier Naidoo hat sich nach seinem Rauswurf aus der RTL-Talentshow „Deutschland sucht den Superstar“ mit einiger Verspätung zu Wort gemeldet. In einem Video-Interview erklärt der Sänger nun, dass er sich bloß „die Reichweite von RTL zunutze gemacht“ habe.

Anfang März war in den sozialen Netzwerken ein Video von Xavier Naidoo aufgetaucht, in dem er einen Song mit politischen Liedsätzen performt, woraufhin ihm in den Kommentaren Rassismus-Vorwürfe gemacht wurden.

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Auch der TV-Sender RTL reagierte auf das Video, forderte zunächst eine Erklärung und schmiss Naidoo schließlich aus der DSDS-Jury, nachdem dieser es zunächst vorgezogen hatte, nichts dazu zu sagen. Erst wenig später wehrte er sich gegen die Rassismusvorwürfe mit einem Statement auf seiner Facebook-Seite. Rassenhass und Fremdenfeindlichkeit seien ihm völlig fremd, auch wenn er sich „zuweilen emotional künstlerisch äußert“.

Nun ist ein weiteres Video von Naidoo bei Facebook aufgetaucht, in dem dieser Fragen beantwortet. Darin wird deutlich, dass sein Rauswurf regelrecht geplant war. Das Interview führt Naidoo offenbar mit Oliver Janich, der aber nicht eingeblendet wird. Dieser ist ein früherer Journalist, der als Rechtspopulist gilt. Das Video wurde in seinem Telegram-Channel veröffentlicht.

RTL fordert Xavier Naidoo nach Video zu Erklärung auf

Der 48 Jahre alte Naidoo erklärt: „.. wusste ich, dass ich mit dem Album, das ich jetzt hier habe, auch ein Album habe – würd‘ ich mal sagen – wo ich danach vielleicht nicht mehr die Chance bekomme, in so ner Show mitzumachen und deswegen habe ich die Chance wahrgenommen. Das heißt: Ich habe mir die Reichweite von RTL zunutze gemacht.“

Übel nimmt er dem Sender den Rauswurf jedenfalls nicht: „Ich denke, die müssen einfach nur tun, was sie tun müssen, um die Show weiterzumachen. Da kann man dann, glaube ich, mit so einer Meinung, die ich da vertrete, wahrscheinlich nicht so gut agieren. Aber das nehme ich niemandem übel.“

Rassismus-Vorwürfe: RTL schmeißt Xavier Naidoo aus DSDS-Jury

Neben der Stellungnahme zu DSDS spricht Naidoo über weitere Themen. Naidoo leugnet den menschengemachten Klimawandel. Danach spricht der gebürtige Hamburger über die die Souveränität Deutschlands. „Der Lockdown ist vielleicht genau die richtige Zeit dafür, sich richtig zu informieren, über die Souveränität zum Beispiel und auch andere geschichtliche Begebenheiten sollte man sich da zu Gemüte führen.“

Im weiteren Verlauf des Videos kritisiert er die Medien: „Ich glaube, es ist allen bewusst, dass die Mainstream-Medien – wie man sie so schön nennt – da keine große Hilfe geleistet haben in den vergangenen Jahren. Wenn man sich dann anschaut, dass jemand wie Herr Kleber und andere in der Medienbranche tätigen und den öffentlich-Rechtlichen eben sehr stark verbandelt sind mit Organisationen oder NGOs.“

Und schließlich sagt er: „Ich bin kein Freund von Parteien generell. Ich geh‘ nicht wählen, ich beteilige mich nicht daran. Ich glaube es ist nicht richtig, sich in diesem Unrechtssystem per Wahl auch noch an dem Unrecht zu beteiligen.“