Ohrwurm
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Der Name klingt ganz schön fies: Ohrenkneifer. Manche Leute sagen auch Ohrzwicker zu dem kleinen Insekt. Eigentlich heißt es aber Gemeiner Ohrwurm. Dabei ist das Tier mit den Zangen am Hinterleib gar kein Wurm. Definitiv aber ein Insekt – ganz im Gegensatz zur Schnapsdrossel oder der Azubiene. Aber warum tragen Ohrwürmer ihren Namen? Und was haben sie mit Ohren zu tun? Dazu gibt es verschiedene Geschichten.

Eine Erklärung ist zum Beispiel diese: Früher waren Würmer immer irgendetwas, was wehtat oder schlecht macht. Der Darmwurm macht zum Beispiel Bauchschmerzen. Oder andere Würmer fressen Obst an. Es kann sein, dass man deswegen damals die Bezeichnung «Wurm» einfach auf das kleine Insekt übertragen hat.

Und die Ohren? Dazu gibt es zwei Geschichten: Angeblich gab es mal ein Rezept gegen Ohrenschmerzen. Der Erzählung nach hat man dabei zerstoßene Ohrwürmer in Wasser oder Alkohol gelöst. Und das hat man dann ins Ohr geträufelt. Ob das stimmt, ist aber nicht klar.

Die zweite Geschichte besagt, dass die Menschen früher im Haus mehr Insekten um sich hatten. Und Ohrwürmer verstecken sich ganz besonders gern in Ritzen und Spalten. Deswegen sollen sie dann auch schon mal in Ohren gefunden worden sein. Und weil die Tiere Zangen haben, dachte man, dass sie damit zukneifen.

Das machen die Tiere auch tatsächlich. Wenn sie Beute jagen oder sich verteidigen zum Beispiel. Menschen kneifen sie aber eigentlich nicht. „Dafür müsste man sie schon gezielt reizen“, sagt der Experte Fabian Haas. Es muss also niemand Angst davor haben, dass ein Ohrwurm einem nachts ins Ohr krabbelt und einen kneift.

Für den Menschen sind Ohrwürmer sogar sehr nützlich, sagt der Fachmann Magnus Wessel – nämlich im Garten. Sie fressen massenweise Schädlinge wie Blattläuse und Schmetterlings-Raupen.

Quelle: dpa