Verrückte Szenen im Amateurfußball: In einem Spiel zwischen dem SV Mölschbach und der SG Hochspeyer in der Kreisliga B soll ein Schiedsrichter nach Ansicht eines Handy-Videos einen nicht gegebenen Treffer doch noch für gültig erklärt haben. Was tatsächlich passiert ist, soll nun ein Sportgericht klären.

Es läuft die Schlussphase im Spiel zwischen dem SV Mölschbach und der SG Hochspeyer in der B-Klasse Kaiserslautern/Donnersberg Süd, als der Mölschbacher Tim Nothof seinen Verein mit 3:2 in Führung schießt. Die Freude über den Treffer währt allerdings nur kurz. Schiedsrichter Peter Kremer gibt den Treffer nicht, der Ball sei zuvor im Toraus gewesen. So weit, so gut.

Dann aber soll Kremer darauf aufmerksam gemacht worden sein, dass Andreas Müller, der zweite Vorsitzende des SV Mölschbach, die Szene mit dem Handy gefilmt hatte. Wie „Rheinlandpfalz“ berichtet, habe der Schiedsrichter daraufhin das aus der Bundesliga bekannte Zeichen für den Einsatz des Videoassistenten (VAR) – ein angedeuteteter Monitor – in die Luft gezeichnet und ist zu Müller gelaufen. 

Nach Ansicht des Videos habe Kremer seine Entscheidung schließlich revidiert und den Treffer doch noch gelten lassen. „Es war wie in der Bundesliga“, sagte Dominic Heidrich, Trainer der SG Hochspeyer, der Zeitung. Müller selbst betont allerdings, dass der Schiedsrichter sich „die Videoaufnahme nicht angesehen“ habe. Stattdessen habe sich Kremer „die Spuren im Sand“ angeschaut und dann seine Entscheidung zurückgenommen.

Ganz einig über die Geschehnisse scheint man sich beim SV Mölschbach indes selbst nicht zu sein. So hat Tobias Forster, 1. Vorsitzender des Vereins, dem Südkurier in einem Telefonat bestätigt, dass sich der Schiedsrichter das Video seines Kollegen angesehen habe. Allerdings, so sagt Forster, hätten „mehrere Spieler des Gegners da schon zugegeben, dass der Ball nicht draußen war.“ Entsprechend, so seine Schlussfolgerung, seien die Handyaufnahmen nicht ausschlaggebend gewesen. 

In einer Stellungnahme auf der Facebook-Seite des Vereins heißt es wiederum, dass sich der Schiri das Video erst nach dem Spiel angeschaut habe. Und der Schiri selbst? Der könnte sich laut „watson“ nicht zum Vorfall äußern, da möglicherweise ein Regelverstoß vorliege. 

Welche Version nun der Wahrheit entspricht, muss jetzt ein Sportgericht klären. Der SG Hochspeyer hat gegen die Wertung des Spiels umgehend Protest eingelegt, da der Videobeweis in Deutschland nur in der Bundesliga und im DFP-Pokal ab dem Viertelfinale zulässig ist. Bis zu einem Urteil könnten bis zu zwei Wochen vergehen.

Einen ähnlichen Fall gab es bereits im November 2017. Auch damals korrigierte ein Schiedsrichter nach Ansicht eines Zuschauer-Videos seine Entscheidung. Das Spiel musste schließlich wiederholt werden.

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