Boxen Ruiz Joshua
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Anthony Joshua holt sich die vier WM-Gürtel gegen einen chancenlosen Andy Ruiz zurück. Zwischen den beiden Schwergewichtsboxern könnte es nun zu einem dritten Duell kommen.

Anthony Joshua ließ sich mit stoischer Miene im Konfettiregen feiern. Der Gesichtsausdruck passte zu dem mittelmäßigen Abend, an dessen Ende sich der 30-Jährige erneut als Schwergewichtsweltmeister in die Geschichtsbücher geboxt hatte. „Ich bin nicht perfekt, aber ich versuche es. Jetzt wird erst einmal gefeiert“, sagte Joshua nach dem einstimmigen Punktsieg nach zwölf Runden gegen den entthronten Champion Andy Ruiz jr.

189 Tage nach dem Coup von Ruiz im Madison Square Garden beherrschte Joshua das zweite Duell nach Belieben. „Ich wollte keine Ausreden suchen. Ich habe früher Leute ausgeknockt, doch ich wollte jetzt zeigen, dass ich auch klug boxen kann“, sagte Joshua. Der Brite holte sich die Weltmeistergürtel der Verbände WBO, WBA, IBF und IBO zurück.

Sein Promoter Eddie Hearn war sich nach dem Erfolg in Dirijah vor den Toren der saudischen Hauptstadt Riad für keinen Superlativ zu schade. „Anthony ist der König“, sagte Hearn, der maßgeblich dafür verantwortlich war, dass der Kampf im aufgrund der Menschenrechtsverletzungen umstrittenen Saudi-Arabien stattfand: „Er wurde in New York erniedrigt und ist jetzt zurück und beherrscht diesen Sport.“

Allerdings war Joshuas Gegner Ruiz Welten von der Form entfernt, die ihn Anfang Juni zum Weltmeister gemacht hatte. Ruiz war zu langsam, zu uninspiriert, zu schwach. Und gab dies unumwunden zu. „Ich bin einfach zu schwer geworden“, sagte der Kalifornier.

Dennoch träumt Ruiz davon, dass es zu einem dritten Duell mit Joshua kommt. „Lasst uns das zu einer Trilogie machen. Wenn ich eine dritte Chance bekomme, werde ich in der besten Form meines Lebens sein“, meinte der 30-Jährige, der für den Kampf eine Börse von zehn Millionen Dollar erhalten haben soll.

Joshua stimmte einem dritten Teil noch im Ring zu, doch ob es dazu kommt, steht in den Sternen. Zum einen war die Vorstellung von Ruiz durchaus als peinlich einzustufen. Zum anderen lockt ein Vereinigungskampf gegen WBC-Weltmeister Deontay Wilder. „Wir wollten immer eine Vereinigung. Aber jetzt werden wir nicht über andere Kämpfe reden, sondern erst einmal feiern“, sagte Hearn.

Quelle: dpa