Reinfall für Rheinbahn: Neue Züge schon wieder außer Betrieb

Kaum sind die neuen Bahnen der Rheinbahn in Betrieb, müssen sie schon wieder von den Schienen genommen werden. Der Grund sind Probleme mit den Türen. Ein herber Rückschlag für das Unternehmen.
Düsseldorf Straßenbahn
Foto: Martin Gerten/dpa
Düsseldorf Straßenbahn
Foto: Martin Gerten/dpa

Eigentlich wollte die Rheinbahn in Düsseldorf ab Ende Mai mit ihren nigelnagelneuen Bahnen glänzen. Doch der Start der neuen Hochflur-Fahrzeuge entpuppte sich als Reinfall für die Betreibergesellschaft. Schuld sind die Türen der neuen Züge.

Mit viel Tamtam waren die neuen Fahrzeuge präsentiert worden, in der Praxis aber zeigte sich schnell, dass nicht alles Gold ist, was glänzt. So zeigte sich schnell, dass die Türen der neuen Bahnen nicht zuverlässig schließen. Es brauchte teils mehrere Versuche, was zu deutlichen Beeinträchtigungen im normalen Fahrbetrieb führte. Verspätungen waren die Folge.

Es ist nicht das erste Mal, dass es zu Probleme bei den neuen Bahnen kommt. Vielmehr reiht sich dieses Problem nahtlos in die Odyssee des 194-Millionen-Euro teuren Projekts ein. Im Frühjahr aber schienen die Probleme endlich ausgestanden, nun aber muss die Rheinbahn einen erneuten Rückschlag verkraften.

Probleme sind nicht neu

Dabei kam es bereits schon einmal zu Problemen mit der Türsteuerung, wie auch die „Rheinische Post“ schreibt. Ob es sich dabei aktuell um die selbe Quelle des Problems handelt, ist noch nicht abschließend geklärt. Man vermutet aber, dass es am Hersteller liegt.

Entschuldigungen von der Rheinbahn sowie von Alstom, dem Hersteller, sind bereits erfolgt. Kritik kommt dennoch vom Aufsichtsratsvorsitzenden der Rheinbahn  Andreas Hartnigk (CDU), der in der erneuten Pause für die neuen Fahrzeuge eine „Vollkatastrophe“ sieht. Denn die Probleme mit den Türen seien nicht neu. Nach der großspurigen Ankündigung und Inbetriebnahme sei es hingegen eine Blamage, dass die Bahnen nur wenige Tage später wieder aus dem Betrieb genommen wurden.

Er beklagt, dass es offenbar keine ausgiebigen Belastungstests, sondern nur Fahrschulfahrten für die neuen Bahnen gegeben habe. Seiner Meinung nach hätten dann viele der jetzt auftretenden Probleme erkannt werden können. Nun aber könnten Konsequenzen im Vorstand der Rheinbahn folgen.

PR-Desaster für die Rheinbahn

Daher ist auch der Betriebsratsvorsitzende Michael Pink bedient und erklärt enttäuscht: „Das ist ein deutliches Signal, dass wir unsere Stärke nicht einsetzen oder sie verloren haben.“

Wie es nun mit den insgesamt 59 bestellten Wagen weitergeht, die bis 2024 alle ausgeliefert sein sollten, ist erstmal unklar. Ausfälle wird es im Linienbetrieb nicht geben, denn die alten Bahnen aus den Siebziger Jahren verrichten nach wie vor zuverlässig ihren Dienst. Dennoch ist das Prozedere ein absolutes Desaster für die Rheinbahn.

Denn durch die neuen Wagen sollte die verbesserte Technik und der verbesserte Comfort auch so etwas wie ein Zeichen des Aufbruchs in eine Verkehrswende bedeuten. Auch Oberbürgermeister Stephan Keller hob bei der Vorstellung der neuen Bahnen die Bedeutung der modernen Züge und ihre Symbolkraft hervor.

Taktverdichtungen erneut verschoben

Für die beiden Aufsichtsratsmitglieder Norbert Czerwinski (Grüne) und Martin Volkenrath (SPD) ist die Rheinbahn hingegen Opfer des Herstellers, und keinesfalls verantwortlich für die Schlappe. Es sei „zutiefst ärgerlich, wenn nicht geliefert wird, was vertraglich vereinbart wurde“, so Volkenrath. „Die Industrie liefert nicht die Qualität ab, die wir erwarten“, so Czerwinski.

Damit verschieben sich aber auch die Taktverdichtungen weiter nach hinten, die für die beiden Linien U75 und U79 angedacht waren. Tatsächlich hinterlässt der erneute Ausfall der neuen Bahnen nur Verlierer.

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