Heute Wählen gehen! 13,8 Millionen Menschen in NRW zur Europawahl aufgerufen

NRW bringt als großes Bundesland viel Stimm-Gewicht in die Waagschale, doch nicht alle Menschen nutzen das. Am heutigen Sonntag, dem 9. Juni 2024, können auch 16- und 17-Jährige erstmals bei einer Europawahl von ihrem Stimmrecht Gebrauch machen.
Europawahl - Nordrhein-Westfalen
Die Spitzenkandidatin der Grünen, Terry Reintke, gibt ihre Stimme in einem Wahllokal in Duisburg ab. Foto: Fabian Strauch/dpa
Die Spitzenkandidatin der Grünen, Terry Reintke, gibt ihre Stimme in einem Wahllokal in Duisburg ab. Foto: Fabian Strauch/dpa

Im bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen sind am Sonntag mehr als 13,8 Millionen Menschen zur Europawahl aufgerufen. Am Vormittag geht es zum Endspurt: Die Wahllokale sind von 8 bis 18 Uhr geöffnet. Briefwahl ist schon seit einigen Wochen möglich.

Bei der Europawahl 2019 hatten rund 28 Prozent der Wahlberechtigten in NRW davon Gebrauch gemacht. Erstmals dürfen bei einer Europawahl auch 16- und 17-Jährige wählen: In NRW sind das rund 305.000 junge Menschen.

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Die Wahlbeteiligung lag bei der vorherigen Europawahl 2019 in NRW – ebenso wie im Bund – bei 61,4 Prozent. Das war eine Steigerung gegenüber 2014, wo nur etwa jeder zweite Berechtigte in NRW (52,3 Prozent) gewählt hatte.

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Europawahl ohne Sperrklausel

In Deutschland gibt es, wie etwa auch bei den Nachbarn in den Niederlanden, keine Sperrklausel. Das heißt, sobald eine Partei rund einen Prozentpunkt bekommt, kann sie mit einem Sitz im Europäischen Parlament rechnen.

Bei der Europawahl 2019 hatte die CDU in Nordrhein-Westfalen mit 27,9 Prozent am besten abgeschnitten, gefolgt von den Grünen (23,2 Prozent) und der SPD (19,2 Prozent). Die AfD hatte 8,5 Prozent in NRW erhalten, gefolgt von der FDP (6,7 Prozent) und der Linken (4,2 Prozent). Auf sonstige Parteien waren insgesamt 10,3 Prozent entfallen. Auch bundesweit hatten CDU und CSU mit zusammen 28,9 Prozent die Nase vorn. In Deutschland schnitt die Union seit der ersten Europawahl 1979 stets am besten ab – in NRW ist das erst seit 1999 der Fall. In den Jahren zuvor lag mal die CDU, mal die SPD vorn.

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Deutschland ist das Land mit den meisten Wahlberechtigten und stellt als bevölkerungsreichstes Land in der EU auch die meisten Abgeordneten. Gewählt werden diesmal insgesamt 720 Volksvertreter. Beteiligen dürfen sich EU-weit knapp 360 Millionen Wahlberechtigte.

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Aufruf zur Wahl stärker denn je

Der nordrhein-westfälische Landtag hat in den vergangenen Wochen ebenso wie zahlreiche Politiker und Verbände aus allen Teilen der Gesellschaft eindringlich dazu aufgerufen, an der zehnten Direktwahl zum Europäischen Parlament teilzunehmen und das Stimmrecht für die Demokratie einzusetzen.

Von den bundesweiten Spitzenkandidaten der großen Parteien stammen drei aus NRW: Für die SPD steht die gebürtige Kölnerin Katharina Barley (55) in der ersten Reihe, für die Grünen die gebürtige Gelsenkirchenerin Terry Reintke (37), für die FDP die Düsseldorferin Marie-Agnes Strack-Zimmermann (66). Das neue Bündnis Sahra Wagenknecht hat ein bekanntes Gesicht aus NRW auf Listenplatz 2: den früheren Düsseldorfer Oberbürgermeister Thomas Geisel (60).

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Die CDU/CSU-Gruppe im Europäischen Parlament besteht bislang aus 29 Abgeordneten – sechs davon aus NRW. Ihre Spitzenkandidatin ist die EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen (65). Aus NRW stellt die SPD bislang 4 von 16 Abgeordneten im Europäischen Parlament, die Grünen 4 von 21, die FDP 2 von 5 und die AfD 2 von 9. Im Wahlkampfendspurt war der AfD-Spitzenkandidat Maximilian Krah von seiner Partei wegen verharmlosender SS-Äußerungen mit einem Auftrittsverbot belegt worden.

mit Material der dpa