Geplante Brückensanierung: Steht der Golzheim Club in Düsseldorf vor dem Aus?

Nach der Sommerpause meldete sich der Düsseldorfer Club Golzheim am ersten September-Wochenende mit dem Re-Opening zurück. Doch Betreiber Daniel Fritschi hat große Sorgen: Die geplanten Sanierungen an der Brückenrampe der Theodor-Heuss-Brücke haben schwerwiegende Konsequenzen für den weiteren Club-Betrieb.
Golzheim Düsseldorf
Foto: Tonight
Golzheim Düsseldorf
Foto: Tonight

Das Re-Opening am ersten September-Wochenende im Golzheim Club steht, die Bookings für die kommenden Wochenenden laufen. Doch die Zukunft der Location unter der Theodor-Heuss-Brücke ist ungewiss. Grund dafür sind die geplanten Sanierungen an der Brückenrampe, die Ende des Jahres beginnen sollen – und das Aus für das Golzheim bedeuten könnten.

Dass man als Clubbetreiber in Düsseldorf unter starkem finanziellen Druck steht, daran dürften sich in den letzten Jahren diverse Gastronomen gewöhnt haben. Schon vor Corona sah die Lage für viele Kultstätten elektronischer Musik in Düsseldorf alles andere als rosig aus. Während Corona hat sie sich aber immer weiter verschärft. Jetzt klopft ein weiteres Schreckgespenst an die Tür: Die Preise für Gas und Strom explodieren – und mit ihnen die Nebenkosten für Clubbetreiber.

Daniel Fritschi als Betreiber des Golzheim hat aber noch ganz andere Sorgen. Die Location ist eine der wenigen Stätten der Stadt, die das „Underground“ nicht nur für PR-Zwecke nutzen, sondern auch lokal im Bauch der Theodor-Heuss-Brücke für sich gemietet haben. Verborgen hinter einer Tür im Corpus der Brücke öffnet sich hier seit 2016 ein kleiner aber feiner Zufluchtsort für all diejenigen, welche Vinyl zum Frühstück dinieren und sich als Nachtschwärmer gerne in der Welt elektronischer Musik verlieren.

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Sanierung der Theodor-Heuss-Brücke wird zum Problem

Doch einer der letzten Underground-Clubs der Stadt steht vor einem ganz gewaltigen Problem: Die Theodor-Heuss-Brücke muss saniert werden. In einem Facebook-Posting schreibt Fritschi detailliert auf, was dabei geplant ist. Darunter nennt er den Abriss einer Kalksandsteinwand hinterm DJ Pult über 3 Meter Breite und 5 Meter Höhe, oder etwa einer ca. 30 Zentimeter dicken Stahlbeton-Zwischendecke im Bereich mehrere Quadratmeter.

Da muss man nicht viel zusammenzählen, um am Ende das vernichtende Ergebnis vor sich zu sehen: Das Golzheim soll dem Boden gleichgemacht werden – und Fritschi bleibt auf den Kosten sitzen. „Ich stehe quasi vor dem Nichts, weil mir vertraglich keinerlei Kompensation für die Ausfallszeit wie auch den Wiederaufbau zuzustehen scheint.“ schreibt der Düsseldorfer auf Facebook.

Als Mieter vom Golzheim hat Fritschi einen Vertrag mit den Stadtwerken. Aktuell läuft dieser mindestens noch zwei weitere Jahre – und würde danach automatisch verlängert werden. Die Theodor-Heuss-Brücke dagegen befindet sich im Besitz der Stadt Düsseldorf – von hier aus könnte finanzielle Entlastung kommen. Dafür sieht Fritschi allerdings kaum Spielraum: Wenn der Club bereits ab Anfang 2023 wieder schließen muss und für den Zeitraum der Sanierung geschlossen bleibt, wird die finanzielle Planung schwierig bis unmöglich. Denn Rücklagen hat er nach den zwei harten Corona-Jahren nicht mehr, da er schon alles reingesteckt hat.

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Golzheim-Fans vereinen sich auf Facebook

Bei solchen Aussichten fällt es nicht leicht dem bereits für Anfang September geplanten Re-Opening des Clubs positiv entgegen zu sehen. Vielmehr dürften viele Gäste und Fans des Clubs nun ein lachendes und weinendes Auge zeigen, wenn sie sich vor Ort in die Nächte stürzen. Auf Facebook kommentieren bereits viele von ihnen: „Es ist eine schlimme Nummer! Was du mit Golzheim geschaffen hast kann man nicht in Worte fassen! Ich hoffe es findet sich ein Weg das ganze wieder herzustellen! Jetzt hat die Stadt Düsseldorf die Gelegenheit etwas für die Kulturszene dieser Stadt zu tun.“

Einige wenden sich gleich an Oberbürgermeister Stefan Keller: „Bitte lieber Stephan, du als Oberbürgermeister der Stadt Düsseldorf, da muss geholfen werden… Es ist schon zu viel Subkultur in Düsseldorf gestorben…“. Andere wollen zum Crowdfunding aufrufen – obwohl Fritschi gleich festgestellt hat, wie aussichtslos das ist: „Ohne das gesamte Ausmaß der Bauarbeiten schon genauer abschätzen zu können, gehe ich davon aus, dass ein Wiederaufbau deutlich über dem durch ein mögliches Crowdfunding realistischer Weise zu erzielenden Umfang liegt.“ schreibt er in seinem Beitrag.

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Golzheim Re-Opening Anfang September: Der Anfang vom Ende?

Egal wie die Zukunft des Golzheim letztendlich aussehen mag: An diesem Wochenende (Freitag, 2. September, und Samstag, 3. September) wird zuerst noch das Re-Opening gefeiert. Los geht es wie gewohnt mitten in der Nacht: Ab 23.30 Uhr laufen die Platten im Club heiß, serviert werden die passenden Beats am Freitag von Tom Stein, KJL3000, Sebastian Rebig und Jürgen von Krebs.

Am Samstag darf dann neben Marvin Richter auch Fritschi selbst wieder an den Plattentellern auflegen. Der eigentliche Star des Abends ist aber Zadig: Der bärtige Franzose gehört zu den größten Namen in der Techno-Szene von Paris und tourt bereits seit geraumer Zeit quer durch Europa.

Wir drücken Fritschi und dem Team alle Daumen, dass noch einige weitere dieser Nächte im Golzheim stattfinden können.