Foto: Facebook/Ouassima Laabich
Foto: Facebook/Ouassima Laabich

Fatima sitzt im Rollstuhl und muss deshalb ein spezielles Sportprogramm absolvieren. Ein Düsseldorfer Fitnessstudio hat ihr nun das Training verboten – wegen ihres Kopftuchs. Das Netz reagiert aufgebracht.

Die Schwester der 21-Jährigen machte den Fall öffentlich. Auf Facebook teilt Malika, die sich auf Facebook „Ouassima Laabich“ nennt, mit: „Fatima aus Düsseldorf sitzt seit jeher im Rollstuhl und ist somit angewiesen auf ihre Sportpraxis. Fatima ist auch praktizierende Muslima und trägt ein Kopftuch. Der neue Besitzer des Fitnessstudios hat beschlossen, dass Frauen mit Kopftuch nicht trainieren dürfen.“

Weiter heißt es: „Als wäre das nicht schlimm genug, ist ihr spezielles Trainingsfahrrad und ihr Duschstuhl, welche nach vorheriger Absprache im Fitnessstudio platziert werden durfte, abhanden gekommen.“

Malika wittert „Mehrfachdiskriminierung“ und steht mit dieser Meinung nicht alleine da. „Arme engstirnige Gesellschaft“ oder „Boykottiert dieses Rattenloch“ heißt es in den Kommentarspalten.

Wie die Betroffene „bento“ erzählt, sei ihr mitgeteilt worden, dass sie nicht mehr im Kopftuch trainieren darf, als sie ihre Bankverbindung an der Rezeption ändern wollte. Und das, obwohl sie schon seit Jahren in Absprache mit dem Betreiber im Fitnesstudio auf der Bonner Straße trainiert.

Die Mitarbeiterin habe sie daraufhin auf die AGB des Studios hingewiesen. Demnach sei „das Tragen von Schmuck und Kopfbedeckungen beim Training nicht erlaubt.“ Aus Sicherheitsgründen.

Nach zahlreichen negativen Kommentaren reagierte das Fitnessstudio und gab auf Facebook eine Stellungnahme ab. Zunächst sprach man von „Gerüchten über eine angebliche Diskriminierung“, man wolle diesen umgehend nachgehen und Aufklärung leisten. 

In einem aktualisierten Post gab das „Fitnessloft“ bekannt, dass der verschwundene Duschstuhl weiterhin zur Verfügung stehe und das spezielle Trainingsrad nach Möglichkeit zurückgeholt werden solle. Im Zuge der Modernisierungsmaßnahmen seien die Geräte „leider“ entsorgt worden. Mit Fatima befinde man sich in Gesprächen und man hoffe, die Voraussetzungen schaffen zu können, „dass das Mitglied wieder gerne zu uns kommt.“