Foto: dpa/Marius Becker
Foto: dpa/Marius Becker (Symbolbild)

Die Schweriner Staatsanwaltschaft hat einen ehemaligen Beamten des Spezialeinsatzkommandos (SEK) des Landeskriminalamts (LKA) von Mecklenburg-Vorpommern wegen illegalen Waffen- und Munitionsbesitzes angeklagt.

Bei dem 48-Jährigen wurden bei zwei Hausdurchsuchungen etwa 55.000 Schuss Munition, zahlreiche Waffen und Blendgranaten gefunden, wie die Behörde am Donnerstag mitteilte. Ermittelt wird wegen mutmaßlicher Verstöße gegen das Waffen- und gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz.

Der Angeklagte gründete nach Angaben der Staatsanwaltschaft 2016 die Internetchatgruppen „Nordkreuz“ und „Nord Com“, die zur sogenannten Prepperszene gezählt werden. Ihre Mitglieder bereiten sich auf einen „Katastrophenfall“ vor, indem sie unter anderem Lebensmittel und Waffen horten. Der Beschuldigte soll etwa 1400 Stück Gewehrmunition besessen haben, die dem Kriegswaffenkontrollgesetz unterliegen und laut Staatsanwaltschaft von den Herstellern ausschließlich an Polizeibehörden und Streitkräfte verkauft werden.

Einen Großteil der übrigen Munition soll er nicht vorschriftsgemäß gelagert haben. Unter den beschlagnahmten Waffen befand sich eine Maschinenpistole, die 1993 aus den Räumen der Bundeswehr in Brandenburg entwendet worden war.

Dem ehemaligen Polizisten waren nach einer Hausdurchsuchung im August 2017, bei der knapp 24.000 Schuss Munition gefunden wurden, sämtliche Waffenbesitzkarten abgenommen worden. Dennoch beschlagnahmten die Ermittler bei einer zweiten Durchsuchung im Juni dieses Jahres erneut etwa 31.000 Schuss Munition. Der Beschuldigte sitzt seitdem in Untersuchungshaft.

Das Verfahren gegen den SEK-Beamten und drei weitere ehemalige Polizisten beruht auf Ergebnissen eines seit 2017 laufenden Antiterrorverfahrens des Generalbundesanwalts gegen einen Rechtsanwalt und einen weiteren Polizisten aus Mecklenburg-Vorpommern. Diesen wird vorgeworfen, eine schwere staatsgefährdende Gewalttat im Zusammenhang mit der Prepperszene vorbereitet zu haben. Während der Ermittlungen gerieten zwei der nun beschuldigten SEK-Beamten ins Visier der Fahnder.

Quelle: AFP