Tatort: Der feine Geist
Foto: MDR/MadeFor/Steffen Junghans

Erstmals erscheint eine wichtige Figur auf der Bildschirmfläche, aber auch Abschiede zeichnen sich ab. Mit „Der feine Geist“ startet der Weimarer „Tatort“ ungewohnt ernst ins neue Jahr und macht deutlich: Nach diesem Fall ist nichts mehr so, wie es war.

Der neue „Tatort“ aus Weimar dürfte nicht nur Fans der Reihe in Tränen zurücklassen. Doch vor der schockierenden Auflösung in „Der feine Geist“ (01. Januar 2021, 20.15 Uhr im Ersten) müssen die Ermittler Verbrechen aufklären und sich dabei mit exotischem Federvieh und Gespenstern verschiedener Art befassen. Ausgangspunkt der Ermittlungen von Kira Dorn (Nora Tschirner) und ihrem Arbeits- wie Lebenspartner Lessing (Christian Ulmen) ist wieder einmal ein tödlicher Vorfall: Der Geschäftsführer einer Sicherheitsfirma wird bei einem Einsatz als Geldkurier erschossen.

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Dass es bei dem „Geist“ im Titel nicht nur um den Inhaber der gleichnamigen Security-Firma im Visier der Ermittler geht, wird sehr schnell klar: So taucht in der nun elften Auflage der Weimarer Fälle erstmals der gemeinsame Sohnemann (Jona Truschkowski) von Dorn und Lessing auf dem Bildschirm auf. Dass die Ermittler stets nur von ihrem „Zwerg“ gesprochen hatten, dieser aber noch nie zu sehen war, galt als Running Gag. Nun sehen die Zuschauer, wie das vermeintliche Phantom mit den Eltern am Esstisch sitzt. Sie erfahren sogar den richtigen Namen des Jungen – und den seines imaginären Freundes.

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Für den Chef des Ermittlerduos geht es dagegen um Geister der Vergangenheit: Kriminalhauptkommissar Kurt Stich (Thorsten Merten) sieht sich verpflichtet, zur Aufklärung der Verbrechen eine alte Flamme wieder anzufeuern. Gleichzeitig machen ihn seine Zukunftspläne und die Nachfolgesuche für seinen Chef-Posten zu schaffen.

Achtung: Spoiler!

Überhaupt spielt der Abschied in diesem „Tatort“ eine größere Rolle als der Zuschauer zunächst denken mag. Im Laufe des Films ist Kommissar Lessing tot und ein Geist. Wie „Bild“ erfahren haben will, plant Christian Ulmen, der seit 2013 gemeinsam mit Tschirner im „Tatort“ ermittelt, nämlich den Ausstieg aus der Krimi-Reihe.

Für leichtere Moment ist wie gewohnt Lupo (Arndt Schwering-Sohnrey) zuständig, der treudoofe Kollege von Dorn und Lessing. Auf ihm lastet diesmal die Aufgabe, für die Zuschauer auch in einer besonders düsteren Szene die Stimmung zu heben. Farbkleckse im sonst trüben Setting sind die bunten Vögel, auf deren Zucht sich der verdächtige Inhaber des Sicherheitsunternehmens (Ronald Zehrfeld als John Geist) spezialisiert hat.

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Vieles in „Der feine Geist“ scheint dem bekannten Rezept für den „Tatort“ aus Weimar zu folgen, bei dem oft absurd-witzige Momente und Wortspiele der eigentlichen Handlung die Schau stehlen. Im Verlauf des Films (Drehbuch: Murmel Clausen) zeichnet sich aber ab, dass dieser Fall doch ein ganz anderer ist als sonst – und den „Tatort“ aus Thüringen grundlegend verändern wird.

Obwohl „Der feine Geist“ das „Tatort“-Jahr dank seiner überraschenden Wendung (Plot-Twist) mit einem Paukenschlag eröffnet, steht schon fest, dass sich Fans bis zum nächsten Fall gedulden müssen. „Der ‚Tatort‘ Weimar pausiert 2021 in der Herstellung wegen coronabedingter Drehverschiebungen“, heißt es bei der MDR-Pressestelle. 2022 werde es aber weitergehen.

Quelle: mit Agenturmaterial von dpa