Kevin Spacey
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Der von Nötigungsvorwürfen verfolgte US-Schauspieler Kevin Spacey hat ein Gedicht über einen angeschlagenen Boxer zum Besten gegeben.

Neben der Bronzestatue eines übel zugerichteten Kämpfers im Nationalmuseum in Rom trug der zweifache Oscar-Preisträger Gabriele Tintis „Der Boxer“ vor. Gut zwei Wochen zuvor war ein Strafverfahren wegen sexueller Nötigung gegen Spacey eingestellt worden. Weitere Vorwürfe gegen ihn stehen im Raum.

Tintis Gedicht schildert einen erschöpften und blutenden Boxer im Ring, der trotz seiner früheren Bekanntheit links liegen gelassen wird. „Sie benutzten mich für ihre Unterhaltung, fütterten mich mit schäbigem Zeug. Das Leben war in einem Augenblick vorbei“, heißt es darin.

Spielte Spacey damit auf seine eigene aktuelle Situation an? Das wäre in jedem Fall gut möglich. Im Netz kursieren Videos, die zeigen, wie sich der Schauspieler beim Vortrag in die Rolle eines Boxers reinsteigert, was angesichts der gegen ihn im Raum stehenden Sex-Vorwürfen für Irritationen sorgte.

Der 60-jährige Spacey ist eine der berühmtesten Persönlichkeiten, die bald nach dem Aufkommen der #MeToo-Bewegung gegen sexuelle Übergriffe und Nötigung in der Unterhaltungsbranche zu Fall kamen. Er hat neben seiner Hauptrolle in der Netflix-Serie „House of Cards“ auch seine Künstleragentur verloren, seine Filmprojekte liegen auf Eis.

Einen bizarren Auftritt legte Spacey auch im Dezember 2018 hin. In einem dreiminütigen Auftritt mimt der frühere „House of Cards“-Star seine TV-Figur, den skrupellosen Politiker Frank Underwood, der offenbar auf Vorwürfe gegen sich reagiert.

„Ihr würdet doch nicht ohne Beweise das Schlimmste glauben und ohne Fakten vorschnell urteilen, oder?“, sagte Spacey dort in die Kamera. Er werde bestimmt nicht den Preis für Dinge zahlen, die er nicht getan habe. Bald werde die „ganze Wahrheit“ ans Licht kommen. „Ihr wollt mich zurück“, sagte er zudem in dem Video. Betitelt ist der Clip mit „Let me be Frank“, was sowohl „Lasst mich Frank sein“ als auch „Lasst mich ehrlich sein“ bedeutet.

Quelle: mit Agenturmaterial von AFP