„Dry January“: Was ist das? Und ist es überhaupt gut für mich?

Der "Dry January" ist ein Trend, der sich in den vergangenen Jahren steigender Popularität erfreut. Wir erklären euch die Hintergründe und verraten, worum es geht.
Alkohol Flaschen Schnaps Getränke
Foto: shutterstock/Ensuper

In den vergangenen Jahren haben einige Trends aus dem Internet die Runde gemacht – so auch der „Dry January“, der seit etwa zehn Jahren praktiziert wird. Wir erklären, worum es da überhaupt geht und wie der Trend zustande gekommen ist.

Was ist der „Dry January“?

Der „Dry January“, also der „trockene Januar“, ist eine Gesundheitskampagne, die ab dem 1. Januar dazu aufruft, den ganzen Monat Januar keinen Tropfen Alkohol anzurühren. Vor allem in Großbritannien, der Schweiz und in Frankreich ist die Kampagne sehr beliebt. Aber auch in Deutschland rufen inzwischen viele unterschiedliche Initiativen dazu auf, wie beispielsweise Krankenkassen.

 

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Woher kommt der „Dry January“?

Geboren wurde die Idee in England. Dort ist Alkohol die häufigste Todesursache der Menschen im Alter von 15 bis 49 Jahren. Auch in Deutschland wird viel Alkohol konsumiert. Durchschnittlich trinkt jeder Deutsche im Jahr ca. 10,7 Liter reinen Alkohol pro Jahr. In Großbritannien wurde die Idee ins Leben gerufen, um ein Bewusstsein für die gesundheitlichen Folgen hohen Alkoholkonsums zu schaffen.

Seit wann gibt es den „Dry January“?

Offiziell wurde die Kampagne 2014 gestartet, die Bewegung selbst startete aber bereits wenige Jahre zuvor. Einen Vorläufer gab es jedoch bereits in den Vierziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts, als die finnische Regierung 1942 den „Sober January“ im Zuge ihrer Kriegsanstrengungen einführte.

Was bringt der „Dry January“?

In erster Linie geht es vor allem um die Förderung der Gesundheit und das Überdenken des eigenen Alkoholkonsums. Wie viel trinke ich, was füge ich meinem Körper da zu und wie viel ist zu viel?

So geben ein Großteil der Teilnehmer an, dass sie nach dem Verzicht besser schlafen, sich körperlich fitter fühlen oder ein besseres Erscheinungsbild durch bessere Haut abgeben. Zudem gibt  der Verzicht auf Alkohol dem Körper Phasen zur Regeneration, das Immunsystem kann sich wieder aufbauen und die Konzentrationsfähigkeit kann gesteigert werden.

Wieso findet der „Dry January“ im Januar statt?

Die Wahl des Zeitpunkts hat wohl auch damit zu tun, dass man gerade zum Jahresabschluss zwischen Weihnachtsgans und Silvester-Raclette gerne mal ein Glas Glühwein mehr als normal zu sich nimmt. Dem erhöhten Alkoholkonsum gerade über die Feiertage entgegenzuwirken, bietet es sich einfach an, quasi als Vorsatz zum neuen Jahr, erstmal eine Auszeit zu nehmen und sich zu „entgiften“. Zumal sich auch mit dem Schnitt des Jahresabschlusses ein leichterer „Neuanfang“ starten lässt.

Wie viele Menschen ziehen den „Dry January“ durch?

Wirkliche Zahlen sind schwer zu belegen, aber es gibt inzwischen eine Menge Referenzen. So erklärt die englische Internetseite „alcoholchange.org„, dass sich 2019 ca. 82.000 Menschen offiziell über die Internetseite für den „Dry January“ angemeldet hätten. Landesweit ging man von ca. vier Millionen Teilnehmern aus.

Ob die Zahlen auch in Deutschland erreicht werden, ist schwer zu sagen. Denn erstens ist die Kampagne hier noch nicht so bekannt, zweitens gibt es hierzulande auch kein Portal, wo man sich registrieren könnte. Es bleibt also bei der Freiwilligkeit.

Welche Social-Media-Phänomene gibt es noch?

Das wohl bekannteste Phänomen der jüngeren Zeit war die „Ice Bucket Challenge“, die 2014 aufkam. Damals entstand ein Hype um eine Spendenkampagne für die Krankheit Amyotrophe Lateralsklerose (ALS).

Auch bekannt ist inzwischen der „No Nut November„, über den wir ebenfalls aufgeklärt haben, oder auch der „Destroy Dick December“, über den man wahrscheinlich nicht viele Worte verlieren muss.

Kritiker merken aber bereits vermehrt an, dass diese Phänomene für viele Menschen auch nicht viel mehr sind, als Klicks zu generieren und sich moralisch auf der richtigen Seite zu wähnen. So kann der „Dry January“ auch als designter Lebensstil gedeutet werden, wie etwa einige Wochen auf gewisse andere Annehmlichkeiten wie das Handy oder Fleisch zu verzichten.

Ist der „Dry January“ gut für den Körper?

Das Alkohol nicht unbedingt der beste Freund des Menschen ist, was die körperliche Fitness angeht, ist nicht neu. Und wen wundert es da, dass eine ganze Menge Teilnehmer über etliche Verbesserungen für den Körper spricht. Nicht nur spart man Geld, was man nicht für Alkohol ausgibt, auch die Haut wird deutlich besser laut Erfahrungsberichten.

Doch das ist längst noch nicht alles. Auch der Schlaf soll sehr viel besser sein. Zudem hat der Körper mehr Energie, denn die Leistungsfähigkeit sinkt nun mal, wenn der Körper regelmäßig entgiften und die Schadstoffe aus den Organen arbeiten muss. Darunter leidet nicht nur die Leistungsfähigkeit am Arbeitsplatz, sondern auch in allen anderen Lebenssituationen.