Sternschnuppenregen in NRW: Die Geminiden kommen – wünscht euch was!

Gleich fünf Meteoritenströme passieren im Oktober die Erde und Nordrhein-Westfalen. Wir klären euch über die Himmelsphänomene auf.
Sternschnuppe
Eine Sternschnuppe ist während der Geminiden über dem Kochelsee zu sehen. Foto: Matthias Balk/dpa
Sternschnuppe
Eine Sternschnuppe ist während der Geminiden über dem Kochelsee zu sehen. Foto: Matthias Balk/dpa

Im Oktober gibt es für Sternschnuppenfans eine ganze Menge zu sehen. So werden die Draconiden, die Orioniden und weitere Meteoritenströme über dem Nachthimmel Nordrhein-Westfalens zu sehen sein. Wann die Sternschnuppen über uns hinweg fliegen, wo sie zu sehen sind und wann welches Himmelsspektakel stattfindet, verraten wir euch hier!

Himmelsspektakel im Oktober 2023 über NRW

Im Oktober sind gleich fünf Meteorströme aktiv, die 2023 für einen regelrechten Sternschnuppen-Sturm sorgen. In anderen Jahren sind die Ströme mal stärker, mal schwächer. Wer also im Oktober Sternschnuppen beobachten möchte, sollte sich auf diese Überraschungen gefasst machen.

Sternschnuppen: Was sind die Draconiden?

Alle Jahre wieder kommen die Draconiden, auch bekannt als Giacobiniden, im Oktober an der Erde vorbei. Ihren Namen haben sie vom Kometen 21P/Giacobini-Zinner. Aber mal sind sie intensiver zu sehen, mal sind sie schwieriger zu beobachten. 1933 sollen es gleich mehrere Tausende in der Stunde gewesen sein.

Auch 2011 war es ein wahrer Meteoritenschauer am Firmament. Da waren es rund 300 Sternschnuppen pro Stunde. Normal sind aber in den Hochphasen eher bis zu 20 Sternschnuppen in einer Stunde.

 

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Draconiden über NRW 2023: Hier könnt ihr die Sternschnuppen sehen

In diesem Jahr gibt es ab dem 6. bis zum 10. Oktober eine neue Möglichkeit, die Draconiden zu beobachten. Der Höhepunkt soll am 9. Oktober 2023 gegen 9 Uhr morgens sein. Doch in der Nacht zuvor können reichlich Sternschnuppen unterwegs sein.

Laut der International Meteor Organization (IMO) sollen nur fünf Meteoriten pro Stunde zu erwarten sein. Zudem muss auch das Wetter mitspielen. Allerdings sehen die Prognosen gut aus. Der Mond ist zum 9. Oktober nur noch zu einem Viertel erfüllt, auch soll der Himmel wenig bewölkt sein. Da die Sternschnuppen nur mit zwanzig Kilometern pro Sekunde unterwegs sind, lassen sie sich leicht fotografieren bei einem entsprechenden Treffer.

Nach den Draconiden kommen die Tauriden

Unmittelbar mit dem Ende der Draconiden setzen ab dem 10. Oktober 2023 die Tauriden ein. Dabei muss unterschieden werden zwischen den nördlichen Tauriden und den südlichen Tauriden, denn es handelt sich hier um zwei Meteorströme. Diese können wochenlang für vermehrte Sternschnuppen sorgen.

Ihren Ursprung haben die Ströme im Sternbild des Stieres, der ab elf Uhr Abends im Osten aufgeht. Je höher er dann steigt, umso besser sind auch die Tauriden zu sehen. Die höchste Position erreicht das Sternbild gegen 4 Uhr in der Früh, welches der idealste Zeitpunkt zur Beobachtung ist.

Was sind Tauriden?

Ursprünglich sollen die Tauriden mal ein einziger Strom gewesen sein, Wissenschaftler aber vermuten, dass der Komet, der die Tauriden mit sich zieht, in etliche Teile zerbarst. Unter anderem wird der Einschlag im russischen Tunguska 1908 mit einem Bruchstück des riesigen Meteors in Verbindung gebracht.

Auch der Jupiter spielt eine Rolle bei den Tauriden. Denn seine Gravitation soll dafür gesorgt haben, dass die Bruchstücke so weit auseinandergezogen wurden. Daher sieht man die Tauriden inzwischen zweimal im Jahr – einmal im Frühsommer und im Herbst. Im Frühsommer allerdings als nicht sichtbarer Strom am Tag.

 

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Im Herbst gibt es dann die Unterscheidung zwischen den nördlichen und den südlichen Tauriden. Allerdings macht es für uns Erdbewohner keinen Unterschied, welche die Nördlichen und welche die Südlichen sind, denn beide Ströme sind in der gleichen Region am Himmel unterwegs.

Wann sind die Tauriden in NRW 2023 zu sehen?

Was die Tauriden allerdings auszeichnet, sind ihre großen Meteore. Denn trotz geringer Sternschnuppen pro Stunde können diese besonders groß und hell werden. Sogenannte Boliden können sich zu riesigen Leuchtkugeln entwickeln, die zudem recht langsam fallen, was sie gerade für Fotografien besonders begehrt macht.

Ende Oktober und Anfang November, also quasi während des Monatswechsels, gibt es die besten Möglichkeiten für Sternschnuppensichtungen. Die nördlichen Tauriden erreichen ihr Maximum erst Anfang November. Die südlichen Tauriden hingegen haben ihren Höhepunkt bereits am 10. Oktober 2023.

Besuch der Orioniden und Aurigiden in NRW

Mit den Draconiden und den Tauriden können auch Sternschnuppen der Orioniden zu sehen sein. Zusätzlich kommt noch ein kleiner Meteor-Schauer, die delta-Aurigiden, an der Erde vorbei. Allerdings sind hier die Raten von möglichen Sternschnuppen mit eventuell zwei pro Stunde sehr gering.

Nimmt man jedoch alle fünf Meteoritenströme zusammen, die ihren Höhepunkt vom 9. bis zum 11. Oktober 2023 haben, könnte es am Nachthimmel einiges zu sehen geben. Und nur anderthalb Wochen später gibt es gleich das nächste Maximum an Sternschnuppen.

 

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Wann sind die Orioniden in NRW 2023 zu sehen?

Die Orioniden sind fast den gesamten Oktober an Nachthimmel zu sehen. Vom 2. Oktober bis zum 7. November 2023 wird der Schweif des Halleyschen Kometen zu sehen sein. Ihren Namen haben die Meteoriten daher, dass ihr Radiant, also ihr Ursprungspunkt im Sternbild des Orion liegt.

Spät Abends im Osten geht das Sternbild auf, am höchsten steht es dann in den frühen Morgenstunden. Das bedeutet, dass die Orioniden wie auch die Tauriden vom Osten her zu sehen sind. Anders als die Tauriden sind die Orioniden aber sehr schnell unterwegs, bis zu sechzig Kilometer pro Sekunde sind keine Seltenheit. Wer hier Sternschnuppen sehen möchte, muss also schnell sein.

Der Höhepunkt der Orioniden ist in der Nacht vom 21. auf den 22. Oktober 2023. Pro Stunde können dann bis zu zwanzig Sternschnuppen gesichtet werden. In der Vergangenheit waren sogar sechzig bis siebzig pro Stunde möglich. Auch der Mond steht für eine Beobachtung der Orioniden günstig, denn dieser ist bereits um kurz vor elf Uhr Abends untergegangen.

Die Geminiden kommen im Dezember 2023

Als letzter Meteorstrom des Jahres schauen die Geminiden im Dezember 2023 vorbei. Der Höhepunkt des Sternschnuppenschwarms soll am Donnerstag, den 14. Dezember sein. Dann sollen bis zu 50 Meteore die Stunde aufleuchten. Allerdings muss auch das Wetter mitspielen, denn bei einem wolkenverhangenen Himmel wird es schwer, Sternschnuppen zu sehen.

Was sind die Geminiden?

Die Geminiden kommen aus dem Sternbild des Zwillings, daher auch ihr Name. Denn Zwilling heißt auf lateinisch Gemini. Sie gelten als besonders heller Sternschnuppenschwarm. Gebildet hat sich der Schwarm aus einer Staubwolke, durch die die Erde auf ihrer Bahn um die Sonne einmal im Jahr zieht.

Lediglich der Ursprung der Wolke an sich ist ungewöhnlich. Denn hier handelt es sich nicht um Überreste eines Kometen, wie die Wissenschaftler herausgefunden haben. Vielmehr geht sie auf einen kleinen Asteroiden namens Phaeton zurück, der erst 1983 entdeckt wurde.

Es wird vermutet, dass der Asteroid zerbrach und dabei in teils winzige Bruchstücke zerbarst. So könnten thermische Spannungen Risse im Asteroiden verursacht haben, die letztlich für die Abspaltung der Einzelteile sorgte, so eine Vermutung der Wissenschaftler.

Wann sind die Geminiden 2023 in NRW zu sehen?

Insgesamt bewegt sich die Erde durch die Geminidenwolke vom 4. bis zum 20. Dezember. Der Höhepunkt für die Beobachtung von Sternschnuppen ist die Nacht vom 13. auf den 14. Dezember. Am Donnerstagabend soll gegen 20 Uhr die beste Zeit sein, Sternschnuppen zu beobachten sein, es ist die Rede von bis zu 150 Sternschnuppen in der Stunde. Dann ist der Mond aufgrund seiner Helligkeit noch nicht zu störend.

Durch ihre Helligkeit soll es sogar möglich sein, die Sternschnuppen bei wolkenlosem Himmel tagsüber sehen zu können. Haltet Ausschau nach dem Sternbild der Zwillinge, welches ihr im Osten finden werdet.

Lichtkegel im Oktober 2023 am Himmel

Außerdem gibt es noch eine weitere Besonderheit am Himmel zu sehen. So kann man früh morgens im Oktober das Zodiakallicht oder Tierkreislicht sehen. Dafür braucht es nicht mehr als einen klaren Himmel und einen guten Wecker, denn wer das Licht sehen möchte, muss sehr früh aufstehen.

Am besten könnt ihr das Licht kurz vor Sonnenaufgang von einem erhöhten Aussichtspunkt betrachten. Schaut nach Osten, wo auch die Sonne aufgeht. In der frühen Dämmerung kann dann ein Lichtkegel erscheinen, der ca. ein bis zwei Stunden am Horizont steht.