Kurios: Kölner „Spargel-Fuchs“ erlebt Mega-Ansturm auf krummes Gemüse

Tonnenweise krummes Gemüse liegt auf einem Acker zwischen Köln-Merkenich und Feldkassel verteilt. Hungrige Gäste stürmen das Feld, packen alles ein, was geht. Was steckt hinter dem bunten Gemüse-Treiben?
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Tonnenweise Süßkartoffeln und Kürbisse Foto: Fuchs

Wie jedes Jahr haben die Landwirte Gerd und Christian Fuchs vom Spargel- und Erdbeerhof Fuchs in Köln-Kasselberg ihr Gemüse, das nicht der Supermarktnorm entspricht, aussortiert und auf einem Feld zwischengelagert. Es sind tonnenweise Süßkartoffeln und Kürbisse, die auf dem Acker zwischen Merkenich und Feldassel verteilt liegen. Die Ware ist für den Handel teils zu klein oder weist andere optische Schäden auf.

Fuchs-Bauern

Die Fuchs-Bauern in drei Generationen Foto: Erdbeer- und Spargelhof Fuchs

Das Gemüse, das sich nicht verkaufen lässt, führt der familiengeführte Hof, der schon seit über 250 Jahren im Kölner Norden Landwirtschaft betreibt, eigentlich wieder in den Kreislauf zurück, wie Christian Fuchs im Gespräch mit Tonight News erklärt: „Wir geben das Gemüse zurück in die Erde, damit sie fürs nächste Jahr mehr Nährstoffe bietet.“ Doch in diesem Herbst ist plötzlich alles anders.

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Kölner „Spargel-Fuchs“ erlebt Mega-Ansturm auf krummes Gemüse

Die Familie Fuchs erlebt einen Mega-Ansturm auf das „fehlerhafte Gemüse“. Christian Fuchs: „An Allerheiligen fing das an, als hier Spaziergänger vorbei kamen. Die haben das dann wohl auf Facebook gepostet und seitdem kommen hier täglich Hunderte Leute und sammeln.“

 

Acker

Hier dokumentiert Christian Fuchs, wie die Leute sein krummes Gemüse sammeln Foto: Fuchs

Ein Mann sei am Freitagmorgen sogar auf seinem Oldtimer-Trecker samt Anhänger gekommen, um diesen mit Kürbissen und Süßkartoffeln zu beladen. Das stimmt Christian Fuchs nachdenklich: „Haben wir ein Problem in der Gesellschaft oder warum sind die Leute plötzlich so ausgehungert?“ Denn Fakt ist: All die anderen Jahre gab es keinen Ansturm auf das krumme Gemüse.

Kölner „Spargel-Fuchs“: „Krummes Gemüse ist sehr verzehrbar“

„Das geht hier quer durch die Gesellschaft. Es sammeln sehr kinderreiche Familien, Aussteiger, gut situierte Leute, alles mögliche“, so Fuchs. Ein Problem hat der Kölner Landwirt mit dem „Kürbis- und Kartoffel-Klau“ nicht. „Ich möchte vor allem darauf hinweisen, dass sich das Kaufverhalten ändern sollte. Nur weil eine Kartoffel klein ist oder ein Kürbis krumm, ist er durchaus sehr verzehrbar. In diesem Jahr hatten wir eine sehr feuchte Witterung, was teilweise zu optischen Schäden in den Gemüseschalen geführt hat. Dabei handelt es sich ausschließlich um optische Fehler. Die Produkte sind aber durchaus genießbar.“

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