Düsseldorfer Karnevalist appelliert an Eltern: „Erklärt euren Kindern, dass es gefährlich ist“

Beim Rosenmontagszug wurden mehrere Unglücke mit kleinen Kindern verhindert. Ein Wagenengel hat auf Facebook einen Appell veröffentlicht.
Karneval in Düsseldorf
Ein Mottowagen mit der Aufschrift "Wer ist hier der Klimaterrorist?" zeigt einen Aktivisten der letzten Generation und ein qualmendes Auto. Foto: Federico Gambarini/dpa
Ein Mottowagen mit der Aufschrift "Wer ist hier der Klimaterrorist?" zeigt einen Aktivisten der letzten Generation und ein qualmendes Auto. Foto: Federico Gambarini/dpa

Endlich wieder Karneval, endlich wieder Rosenmontagszug. Vor allem für Kinder war es am Rosenmontag in Düsseldorf ein richtiges Erlebnis. Manch einer der Knirpse wird sich wahrscheinlich kaum an den letzten Rosenmontagszug 2020 erinnern können.

Umso wichtiger waren die Wagenengel, die in Düsseldorf wieder dabei waren. So wie Marcel Schimpe, der gemeinsam mit seinen Kollegen für die Karnevalsgesellschaft „Hötter Jonges“ während des Zuges im Einsatz war. Schimpe und seine Kollegen hatten die Aufgabe, während des Zuges die Räder des Wagens seitlich abzuschirmen, damit niemand unter einen der Traktoren oder Anhänger geriet.

Karneval in Düsseldorf: Wagenengel verhindert mehrere Unfälle

Wie er in der „Rheinischen Post“ berichtet, waren es vor allem kleine Kinder, die unachtsam den Süßigkeiten und der Kamelle hinterher jagten und damit die eine oder andere brenzlige Situation hervorriefen. So habe er laut eigener Aussage viele Kinder nur noch packen, hochheben und zur Seite stellen können.

Seine Beobachtungen am Rosenmontag führten schließlich dazu, dass er einen Appell auf Facebook veröffentlichte. „Liebe Eltern, die ihr heute beim Rosenmontagszug mit euren Kindern wart“, startet er. „Versucht euren Kindern ab einem gewissen Alter zu erklären, dass es gefährlich ist, Kamelle zu nah am Karnevalswagen zu sammeln.“ Nur aufgrund seiner Reaktionsschnelligkeit seien gleich mehrere Unglücke in letzter Sekunde verhindert worden, berichtet er weiter.

Die Reaktionen darauf verliefen recht unterschiedlich. Alles in allem aber schlug dem Wagenengel viel Verständnis entgegen, über 1100 Likes hat der Beitrag in der Gruppe „NETT WERK Düsseldorf“. Zwar wurde angemahnt, dass dies ja auch sein Job beim Zug gewesen sei, auf kleine Kinder zu achten und Unfälle zu vermeiden, Schimpe selbst aber fragt sich, wieso er den Job der Eltern zu erledigen habe.

Karneval in Düsseldorf: Mehr Vorsicht beim Nachwuchs

Dabei sieht er sein Posting keinesfalls als Anklage an die Eltern, sondern vielmehr als Appell, mehr Acht auf ihren Nachwuchs zu geben. Denn nicht immer ist ein so beherzter Wagenengel wie Schimpe vor Ort.

Zumal auch die Wagenengel selbst nicht davor gefeit sind, Opfer von Unfällen zu werden. In Halle/Westfalen kam es zu einem tragischen Unglück, als eine 21-jährige Helferin selbst unter einen Mottowagen geriet und überfahren wurde. Sie kam mit lebensgefährlichen Verletzungen ins Krankenhaus. Vor 21 Jahren starb eine junge Frau in Köln, auch sie war als Wagenengel im Einsatz.

Glücklicherweise verlief der Rosenmontag in Düsseldorf ohne große Zwischenfälle. Auch wegen Wagenengel wie Marcel Schimpe. Der hofft nun, manchem Elternteil die Augen mit seinem Aufruf öffnen zu können. „Es ist letztlich am Montag nichts passiert, was ja gut ist. Aber das Ganze hat mich noch sehr beschäftigt, weil es in allen drei Fällen mit den Kindern wirklich knapp war.“